"Die Finanzkrise ist ein Verbrechen"

Für die Sozialisten ist es eine ausgemachte Sache. Die Finanzkrise ist durch die Banken verursacht, doch unter den Probleme leiden andere. Die Steuerzahler begleichen die Schuld und die Arbeiter verlieren ihre Stellen. Für die Sozialisten soll das Thema Arbeit die Wahlen bestimmen.
Flanderns Sozialisten haben am 1. Mai ihren Wahlslogan für die kommenden Europa- und Regionalwahlen vorgestellt. Unter dem Motto "Die Wachstumskultur der Banken ist zu Ende, ein neuer Start jetzt!" greifen sie die Finanzinstitute mit voller Breitseite an.
Für Rudy De Leeuw (Foto), der Vorsitzende der sozialistischen flämischen Gewerkschaft ABVV, müssen die Bänker, die nach seiner Auffassung die Krise verursacht haben, besser kontrolliert werden: "Wir müssen das steuerliche Bankgeheimnis beenden, denn die schwersten Lasten müssen von den stärksten Schultern getragen werden."

Für den Gewerkschaftsboss hat die Finanz- und Wirtschaftskrise gezeigt, dass die Neo-Liberalen versagt haben – ihr Projekt sei „pleite gegangen“. De Leeuw fügte kämpferisch weiter an, dass das System krank sei und krank mache: "Wer bekommt goldene Fallschirme trotz der Krise? Nicht die Arbeitnehmer. Wir sollten die Rechnung ihrer Krise nicht bezahlen!"

Wahlkampfthema Arbeit

Flanderns sozialistische Partei SP.A setzt das Thema Arbeit im Wahlkampf für die belgischen Regionalwahlen, aber auch für die Europawahlen oben an vorderste Stelle. Die nächste flämische Landesregierung müsse nach den Wahlen vom 7. Juni einen schnellen Start hinlegen und für neue Stellen sorgen.
"Jobs, Jobs und noch mal Jobs, das ist der Einsatz dieser Wahlen!“ sagte SP.A-Vorsitzende Caroline Gennez (Foto) am Vorabend des 1. Mai. Dabei sollten sowohl bedrohte Stellen gerettet und neue geschaffen werden, so Gennez. Arbeit sei eine wichtiger Pfeiler zum Erhalt der sozialen Sicherheit und des Wohlfahrtstaates.

Genau, wie die sozialistische Gewerkschaft holte auch die sozialdemokratische Politik in Flandern im Zuge des Tages der Arbeit gegen die Banken aus. Die Finanzwelt begreife eigentlich kaum, welchen Schaden sie in unserer Gesellschaft angerichtet habe, so SP.A-Parteichefin Caroline Gennez:

"Die Banken haben das Ersparte der Menschen in Gefahr gebracht, während die Topmanager sich selbst Millionenbonusse ausgezahlt haben.“ Für die führende flämische Sozialistin währe es keine schlechte Idee, wenn die hiesigen Bankmanager zumindest die Bonusse der vergangenen beiden Jahre zurückgeben würden.