Wer bezahlt die Kosten der Kurzarbeit?

Das Landesamt für Arbeitsbeschaffung (LfA) befürchten, dass die neuen Systeme zur Handhabung der Kurzarbeit auch für Angestellte kostenintensiver werden können, als ursprünglich geplant.
Für diesen Bereich der Kurzarbeit hat die belgische Bundesregierung für 2009 110 Millionen € freigemacht, doch diese Summe dürfte wohl kaum reichen.

Mit dem Geld will die Regierung drei Schwerpunkte finanzieren:
Ein System für eine krisenbedingte Arbeitszeitverkürzung von einigen oder mehreren Arbeitnehmern in einem Unternehmen (zwischen 20 und 25 %);

eine krisenbedingte Form von individuellem Arbeitszeitkredit zwischen 25 und 50 % bzw. über einen bis sechs Monate;

ein kollektives Aussetzen der Arbeitsverträge einer gesamten Belegschaft für die Dauer von maximal 16 Wochen.
Von der ersten Maßnahme können alle Unternehmen profitieren. Die beiden anderen Systeme gelten lediglich für Betriebe, die nachweisen können, dass ihr Umsatz durch die Wirtschafts- und Finanzkrise um 20 % gesunken ist. Das LfA geht davon aus, dass die meisten betroffenen Firmen von der dritten Maßnahme reichlich Gebrauch machen werden.

Praxis und Finanzierung

Das Landesamt für Arbeitsbeschaffung hat noch Bedenken bezüglich der praktischen Umsetzung der Systeme und stellt sich die Frage, ob die 110 Millionen € der Bundesregierung für die Finanzierung ausreichen werden.

Insgesamt 900 Millionen € gibt die belgische Bundesregierung für gleichartige Maßnahmen bei den Arbeitern aus.

Der Kurzarbeits-Regelung für die Angestellten ist ein langer Streit zwischen den Koalitionspartnern innerhalb der Regierung und mit den Gewerkschaften vorausgegangen. Letztere sprechen denn auch nicht von „Kurzarbeit für Angestellte“, sondern umschreiben den Begriff auf reichlich phantasievolle Weise.