Auch Anderlecht kann nicht gewinnen

In Lüttich werden sie gejubelt haben, als Titelkonkurrent im Sonntagsspiel gegen Kellerkind Tubize nicht gewinnen konnte. Es wäre fast noch schlimmer gekommen, denn die Brüsseler konnten erst in der Nachspielzeit ausgleichen. Im zweiten Sonntagsspiel verlor Racing Genk zu Hause gegen KV Kortrijk.
Standard Lüttich hatte sich im Titelkampf nach dem peinlichen 0:0 bei Zulte Waregem am Samstag schon fast geschlagen gegeben, denn jeder ging davon aus, dass Anderlecht beim Tabellenvorletzten Tubize einen leichten Durchmarsch haben würde.
Doch weit gefehlt. So schwach, wie Lüttich am Samstag zeigte sich auch Anderlecht am Sonntag. Selbst 6 (!) Minuten Nachspielzeit konnten nicht zum Sieg verhelfen. Sie brachten lediglich das Remis und den einen Punkt, den die Brüsseler brauchten, um an der Tabellenspitze auf Augenhöhe mit Titelverteidiger Standard zu bleiben.

Tubize hatte alles zu verlieren, denn dort rechnet man sich noch immer Chancen auf den Klassenerhalt aus. Tubize kämpfte ab der ersten Spielminute und Anderlecht hatte alle Mühe, Stand zu halten. Zudem scheiterte der RSC-Sturm ständig an Tubize-Keeper Ardouin.
Nach der Pause erhöhte Anderlecht den Druck, doch nur Boussoufa konnte eine Torchance herausspielen. Nach der Roten Karte für Jan Polak wurden die Lütticher im Fernduell quasi zu Tubize-Fans. Als dann Grégory Dufer das 1:0 für die Gastgeber erzielte, explodierte das kleine Stadion förmlich. Pikantes Detail: Dufer wurde in der Winterpause an Tubize ausgeliehen und kam woher wohl? Genau, von Standard Lüttich…

Ardouin ließ danach Boussoufa ein weiteres Mal scheitern und der Schiedsrichter meldete 6 Minuten Nachspielzeit an. Erst in der 94. Minute gelang Wasilewski der Ausgleich. Als Fazit kann ein altes Fußballgesetz gelten: Pass auf, wenn die im Titelkampf auf Abstiegskandidaten triffst!

RC Genk – KV Kortrijk 0:1

Genk nahm von Anfang an das Heft in die Hand und spielte mit viel Druck, doch echte Chancen brachte dies nicht. Nach etwa 25 gespielten Minuten lief der Sturm der Limburger dann besser, doch Kortrijks Torhüter Van Hout vereitelte alle Chancen und bis zur Pause fiel kein Tor.

Kurz nach dem Pausenpfiff war es dann soweit. Das erste Tor war gefallen, allerdings nicht auf der Seite der Heimmannschaft in Genk, sondern bei den Gästen. Istvan Bakx traf und in der Folge hätte Genk noch höher verlieren können. Auf der Gegenseite entwickelte sich Kortrijk-Keeper Van Hout zum Mann des Spiels: Er hielt seinen Kasten ganz einfach sauber und sorgte dafür, dass sein Verein die Abstiegsränge verlassen konnte. Genk sackte hingegen auf den siebten Tabellenplatz herab.

Saisonende in der Zweiten Liga

Am letzten Spieltag in der Zweiten belgischen Fußball-Liga hat Meister und Aufsteiger STVV Kortrijk in Virton mit 2:1 verloren. Aufstiegsaspirant SK Lierse verlor mit 2:0 gegen Oud-Heverlee Löwen ebenfalls.

Damit stehen auch die drei Mannschaften fest, die zusammen mit dem Vorletzten der Ersten Liga um Aufstieg, Klassenerhalt oder Abstieg spielen: Lierse SK, Antwerp FC, Waasland und Tournai.