Erste genmanipulierte Pappeln gepflanzt

In Zwijnaarde hat die flämische Wissenschaftsministerin Patricia Ceysens die ersten genetisch manipulierten Pappeln gepflanzt. Damit beginnt ein Feldversuch des flämischen Instituts für Biotechnologie.
Das Institut erforscht die nachhaltige Produktion von Bio-Ethanol. Die genmanipulierten Pappeln haben eine andere Holzzusammenstellung und das ermöglicht eine höhere Produktion. Auch die Papierproduktion wird mit den neuen Pappeln umweltverträglicher.
Es war die zuständige Landesministerin Patricia Ceysens, die die ersten Jungpappeln pflanzen durfte.

Das geschah nur im Beisein einiger akkreditierter Medienvertreter. Aller anderen Zuschauer mussten sich die Pflanz-Aktion aus sicherem Abstand anschauen.

Dem Feldversuch ging ein langer Justizstreit vorab. Zwei sozialistische Bundesminister – Klimaminister Paul Magnette und Gesundheitsministerin Laurette Onkelinx – versuchten das Projekt zu unterbinden.

Schlussendlich gab das höchste Verwaltungsgericht, der Staatsrat, im vergangenen Februar aber grünes Licht.

Der Feldversuch wird strengstens kontrolliert. „Es müssen strikte Rapportierungsbestimmungen beachtet werden“, sagte René Custers vom flämischen Institut für Biotechnologie.

 „Aber die sind nicht strenger als bei anderen Feldversuchen mit genmanipulierten Pflanzen.“

Grüner Protest

Die flämischen Grünen „Groen“ haben vor dem Gebäude des Instituts eine Protestkundgebung organisiert. „Die Bundesregierung hatte durchaus berechtigte Argumente, um den Feldversuch zu untersagen, weil es Klagen internationaler Organisationen gab“, sagte die grüne Politikerin Vera Dua.

„Es sind Risiken mit der Anpflanzung genetisch manipulierter Pappeln verbunden. Wir finden, dass das ganze Projekt auch mit normalen Pappeln durchführbar gewesen wäre.“

Insgesamt werden in Zwijnarde 360 genmanipulierte Pappeln gepflanzt. In vier Jahren sollen sie abgeholzt und zu Bio-Ethanol verarbeitet werden.