Fiat will Opel-Antwerpen nicht schließen

Gestern hatte die deutsche Zeitung „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ berichtet, Fiat wolle nach einem Einstieg bei Opel mehrere der insgesamt zehn Opel-Werke in Europa schließen, darunter auch das Montagewerk in Antwerpen.
Das hat Fiat-Chef Marchionne telefonisch dementiert. Bei einer Übernahme des Autobauers Opel will Fiat das Antwerpener Endmontagewerk erhalten.

Dies erklärte der Flanderns Ministerpräsident Kris Peeters am Mittwoch nach einem Telefongespräch mit Fiatchef Sergio Marchionne (Foto). Der dementierte Informationen der Frankfurter Allgemeinen Zeitung. Die FAZ hatte Dienstag berichtet, Fiat wolle mehrere Werke in Europa schließen, darunter auch das Montagewerk in Antwerpen.
Allerdings müssen dann aber auch Belgien und Flandern ihren Beitrag in Form von staatlichen Bürgschaften leisten. Die Italiener sehen für den Einstieg bei Opel bis zu 7 Milliarden Euro "Überbrückungsbedarf".

In seinem Telefongespräch mit dem italienischen Chefmanager hatte Ministerpräsident Peeters noch einmal darauf hingewiesen, dass die flämische Regierung bereit sei, 300 Millionen Euro in das Antwerpener Opel-Werk zu investieren.

Außerdem sei man bereit, das Werksgelände in Antwerpen für 200 Millionen Euro zu kaufen und dann zu leasen.

Fiat-Chef Marchionne kommt am 15. Mai nach Brüssel um mit Entscheidungsträgern aus Politik und Wirtschaft zu verhandeln.

General Motors hat in Europa zehn Produktionswerke, unter anderem im belgischen Antwerpen.
Die Opel-Betriebsräte befürchten, dass es nach einem Einstieg von Fiat bei Opel zu hohem Stellenabbau kommt.

Zudem sind die Arbeitnehmervertreter wie auch Teile der Politik nicht von der industriellen Logik des Zusammenschlusses überzeugt. Die Modellpalette von Fiat und Opel überschneidet sich fast zu 100 Prozent. Zudem sind beide Hersteller weitgehend auf den europäischen Markt konzentriert.