Cargo B zieht von Zaventem zum Lütticher Flughafen

Das einzig große belgische Frachtflugunternehmen Cargo B verlagert seine Aktivitäten vom Brüsseler Flughafen Zaventem zum Lütticher Regionalflughafen Bierset. Das hat die Geschäftsführung beschlossen.
Auslöser für diesen Schritt sind die strengeren Lärmschutznormen am Brüsseler Flughafen Zaventem. Dadurch dürfen keine großen Boings mehr vom Typ B747 und Jumbojets nach 21 Uhr starten.

Diese Vorschrift sei laut Cargo B unwirtschaftlich. "Wir sehen uns gezwungen, unsere Aktivitäten auf einen Flughafen zu verlagern, der uns 24 Stunden lang Flexibilität bietet", betont der Direktor Arno Broes.
Der Staatssekretär für Mobilität, Etienne Schouppe, meint hierzu: "Das ist ungerecht. Die Vorschriften sind streng, aber das ist doch eine Folge unserer Politik, die versucht, Ökonomie und Ökologie in Einklang zu bringen."

"Wir können in einer dichtbewohnten Gegend wie Zaventem nicht zulassen, dass mit so alten Klapperkisten geflogen wird. Wir wollen, dass moderne Maschinen eingesetzt werden, die leiser sind und weniger umweltschädlich", heißt es.

Schouppe fügt noch hinzu, dass er über den Fall nachdenken werde. An den Lärmschutzvorschriften will er aber auf keinen Fall rütteln.

Andere Kurierflugunternehmen sind aus demselben Grund wie Cargo B bereits von Zaventem nach Bierset gezogen.

Der Umzug wird auch Folgen für die Angestellten von Cargo B haben. Cargo B beschäftigt rund 60 Personen. Weitere 100 sind durch Zulieferer an den Kurierflieger gebunden.

Die flämische Regierung ist über die Gesellschaft Vlaanderen mit 25% an Cargo B beteiligt. Das Unternehmen steuert vor allem Ziele in Afrika und Lateinamerika an.