Riesenbetrug von Belgiern in Liechtenstein

Die Genter Staatsanwaltschaft hat einen bedeutenden Fall von Steuerbetrug aufgedeckt. Es handelt sich um Bankkonten in Liechtenstein, schreibt die Zeitung "De Tijd".
Belgien erhielt im Juni letzten Jahres eine Namensliste aus Deutschland von 50 Belgiern mit Schwarzkonten in Liechtenstein.
Die Staatsanwaltschaft von Brüssel erstattete in diesem Zusammenhang gegen jeden Verdächtigen eine Anzeige. Die Anzeigen wurden den zuständigen Staatsanwaltschaften in Brüssel, Antwerpen, Gent und Nivelles zugestellt.

In Nivelles wartete man noch auf einen Steuerassistenten, um die Akte bearbeiten zu können. Antwerpen und Brüssel wollten erst wissen, ob die deutschen Behörden rechtmäßig an die Bankinformationen gelangt sind.

Nur die Staatsanwaltschaft von Gent stellte unmittelbar einen Untersuchungsrichter für die drei Liechtenstein-Akten, die sie erhalten hatte, ein. Die Genter Staatsanwaltschaft rechnet nicht mit Problemen aufgrund von Verfahrensfehlern.

In einem Fall wurden die Konteninhaber von jeglichem Verdacht frei gesprochen. Die beiden anderen Fälle waren ein Volltreffer.

So war ein Nahrungsmittelbetrieb direkt bereit, sich auf einen Vergleich mit dem Fiskus über eine halbe Millionen Euro zu einigen.

In dem anderen Fall soll es um mindestens 50 Millionen Euro Schwarzgeld gehen, die ein belgischer Geschäftsmann in Liechtenstein angelegt haben soll.

Die Staatsanwaltschaft untersucht nun, ob Steuerberater, Anlagebüros oder Rechnungsprüfer in die Angelegenheit verwickelt sind.

Die deutschen Behörden hatten die Daten über die Bankkonten in Liechtenstein gegen Bezahlung von einem ehemaligen Mitarbeiter einer Bank erhalten.