Tom Boonen hat wieder gekokst

Ende April ist Radrennfahrer Tom Boonen ein zweites Mal beim Kokainkonsum erwischt worden. Das hat die Staatsanwaltschaft von Turnhout bestätigt. Für Boonens Sportkarriere kann dies sehr negative Konsequenzen haben.
Samstagmittag kündigte sein Team Quick-Step an,  Boonen  mit sofortiger Wirkung zu suspendieren.  Der Radrennfahrer wird vorläufig nicht mehr am Start erscheinen. Im Laufe des Tages fällt die Entscheidung über die nächsten Schritte.

Die Dopingkontrolle der zuständigen flämischen Behörde fand am 27.. April statt, berichtete am Samstagmorgen die Zeitung „Het Laatste Nieuws“ und der Bericht wurde VRT-Nachrichtenredaktion bestätigt.
Die Kontrolle fand zwölf Tage, nachdem Tom Boonen seine Frühjahrssaison mit einem Sturz beim Scheldepreis abgeschlossen hatte, statt. Fünfzehn Tage vorher hatte er sehr überzeugend den Klassiker Paris-Roubaix gewonnen.

Am vergangenen Dienstag wurde die Behörde über den positiven Kokaintest informiert. Die kann selbst aber gegen Boonen nichts unternehmen, weil die Kontrolle nicht im Rahmen eines Radrennens durchgeführt wurde. Deshalb wurde die Justiz eingeschaltet. Am Freitag fand in der Wohnung von Boonen eine Haussuchung statt.

Im Mai 2008 war Boonen zum ersten Mal Kokainkonsum nachgewiesen worden. Zu einem Gerichtsverfahren kam es danach aber nicht, weil der Richter fand, der Radrennfahrer sei durch die ausführliche Berichterstattung in den Medien schon genügend bestraft worden.

Wohl wurde Boonen die Teilnahme an der Tour de France untersagt. Das droht ihm jetzt erneut. Dabei hatte Tom Boonen die diesjährige Tour de France zu seiner Priorität gemacht.

Außerdem kommt es jetzt mit großer Wahrscheinlichkeit zu einem Gerichtsverfahren und einer Verurteilung wegen Drogenkonsums.

Unverständnis

Inzwischen gibt es erste Reaktionen auf den erneut beim Koksen erwischten Boonen.

Patrick Lefevere, der Manager seines Radteams Quick Step, sagte der VRT: „Sie können sich vorstellen, dass ich nicht vor Freude durch mein Wohnzimmer tanze. Ich bin zutiefst enttäuscht, will aber erst offiziell reagieren, wenn ich mit den Sponsoren unseres Team gesprochen habe.“

„Ich möchte mich nicht durch Wut leiten lassen. Ich probiere einzuschätzen, was die Folgen sind. Momentan weiß ich aber nicht so recht weiter.“

„Ich habe mit sehr erschrocken“, erklärte der in Flandern sehr bekannte Radsportkommentator Michel Wuyts. „Egal wie man es nimmt, Boonen hat eine Vorbildfunktion, und die hat er erneut nicht erfüllt. Ich gehe davon aus, dass die Konsequenzen diesmal viel schlimmer sein werden, als 2008. Fraglich ist, ob Boonens Karriere nun zu Ende ist oder nicht.“