"Übertreibe maßlos, wenn ich ausgehe"

Tom Boonen reagiert auf den jüngsten Kokainzwischenfall. Er ist zum 2. Mal binnen 12 Monate positiv auf Kokain getestet worden und muss jetzt vom Sattel. Das will sein Quick-Step-Team. Ihm drohen außerdem strafrechtliche Folgen.
"Es ist, als ob das jemand anders getan hat und ich jetzt die Folgen tragen muss", sagte er gegenüber dem VRT-Sportsender Sporza.

"Einen Tag vor der Kontrolle bin ich ausgegangen und in einem Biergarten hängen geblieben", beginnt Boonen seine Geschichte.
"Danach hatte ich ein Blackout. Wenn ich ausgehe, muss ich anscheinend maßlos übertreiben."

"An 364 Tagen passiert nichts und dann trinke ich einmal Alkohol und werde zu einem anderen Menschen. Ich werde jetzt Hilfe suchen. Jemand muss mir begreiflich machen, was passiert, wenn ich zu viel trinke", so Boonen.

"Letztes Jahr musste ich auch schon hier durch und jetzt fängt wieder alles von vorne an. Ich brauche nun Zeit für mich und meine Familie."

"Privat bin ich sehr glücklich. Ich muss nur noch dieses Problem in den Griff bekommen. Ich kümmere mich mehr um mein Team als um mich selbst", erklärt der Weltmeister von 2005.

"Meine Teamkameraden sind meine Freunde. Ich fände es sehr schlimm, wenn das Team nun darunter leiden muss."

"Vor ein paar Stunden war ich noch ein Wrack. Ich bin kein Mörder, aber so werde ich von außen wieder gesehen."

"Ich habe allerdings auch Gutes geleistet und bekomme viel Unterstützung von den anderen. Ob ich weiterhin Radrennfahrer bleibe, ist derzeit wirklich eine meiner geringsten Sorgen."

Peeters: "Tom hat begriffen, dass er ein Problem hat"

"Das Team wird ihn mit Sicherheit suspendieren", erklärt Teamchef Wilfried Peeters.

"Wir haben uns seine Erklärungen angehört. Er muss begreifen, was sein Problem ist."

"Er braucht so schnell wie möglich ärztliche Hilfe, um von seinem Problem los zu kommen. An der Grenze, die er überschreitet , muss er arbeiten. Er begreift jetzt auch, dass das Problem akut ist", heißt es.