Brüssels EU-Ausländer kaum an Wahl interessiert

Nur 7 % aller in der belgischen Hauptstadt Brüssel lebenden EU-Ausländer haben sich in die Wahllisten für die Europawahlen am 7. Juni eingetragen. Demnach gehen nur rund 12.000 von ihnen zur Wahl. Die in Belgien lebenden Ausländer aus der Europäischen Union hatten bis zum 31. März Zeit, sich für die Europawahlen Anfang Juni registrieren zu lassen.
Doch gerade in Brüssel, der Hochburg der so genannten „Expats“, scheint das Interesse für den Wahlgang nur sehr schwach zu sein.

Die meisten EU-Bürger, die in der Hauptstadt-Region leben, wohnen in Brüssel-Stadt. Dort haben sich aber nur 4 % von ihnen registrieren lassen. In den Außenbezirken, am so genannten „Brüsseler Rand“ ist das Interesse etwas größer.
Vielleicht lag es auch daran, dass sie an den Landtagswahlen - in diesem Fall für die Wahl des Landesparlaments der Region Brüssel-Hauptstadt – nicht stimmberechtigt sind. Am 7. Juni finden in Belgien die so genannten „Gemeinschaftswahlen“ statt. Länder und Regionen werden hier offiziell Gemeinschaften genannt.

Andere Gründe sind wohl Probleme der EU-Ausländer mit der in Belgien geltenden Wahlpflicht. Wer sich registrieren lässt, der muss auch wählen gehen. Erscheint er dann nicht, kann er gerichtlich verfolgt werden. Offenbar fürchten auch einige von ihnen im Zuge des Wahlgangs als Wahlhelfer oder Beisitzer in einem Wahllokal berufen zu werden.

Insgesamt haben sich einer von 10 EU-Bürgern in Belgien als Wähler für die Europawahlen eingeschrieben.