Afghanistan-Einsatz nach Joint zu Ende

In Afghanistan sind sechs belgische Soldaten des Drogenkonsums überführt worden. Sie hatten Haschisch geraucht, während sie für die Bewachung des Flughafens von Kabul zuständig waren. Sie müssen nach Brüssel zurück.
Momentan sind etwa 300 belgische Soldaten in der afghanischen Hauptstadt Kabul stationiert. Sie bewachen dort den internationalen Flughafen. Die sechs jetzt positiv auf Drogen getesteten Soldaten wurden schon länger verdächtigt, regelmäßig Joints zu rauchen.
„Das Verteidigungsministerium zeigt Null-Toleranz was Drogenkonsum während eines Einsatzes betrifft. Der Umgang mit Waffen und scharfer Munition, während eines Bewachungsauftrags ist unter Drogeneinfluss absolut nicht zulässig“, erklärte Sprecherin Ingrid Baeck.

Die sozialistische Armeegewerkschaft ACOD bemängelt, dass nicht alle Disziplinarmassnahmen ausgeschöpft wurden. Weil bereits vergangene Woche belgische Soldaten während einer Übung im Ausland in eine Zwischenfall verwickelt waren – sie verteilten in den Niederlanden Platzpatronen an Kinder –, habe das Verteidigungsministerium jetzt besonders hart durchgegriffen.

„Die beiden Zwischenfälle beschädigen das Image der belgischen Armee erheblich, aber wir müssen doch feststellen, dass es sich beide Male um einige Wenige handelte“, so Dirk Deboodt von der ACOD.

„Ich befürchte, dass der Zwischenfall der vergangenen Woche und der Druck, der von der öffentlichen Meinung ausgeht, dazu geführt haben, dass besonders schnell reagiert wurde, um weiteren Imageschaden zu verhindern.“

„Aber eigentlich muss vor einer solchen Disziplinarstrafe eine gründliche Überprüfung des Vorgangs stattgefunden haben. Die erzwungene sofortige Rückkehr nach Belgien ist die strengst mögliche Sanktion überhaupt.“

Die sechs betroffenen Soldaten kehren mit dem ersten Flugzeug Richtung Belgien heim. Noch ist unklar, wann dieser Flug geplant ist. In Kabul werden sie durch sechs andere belgischen Soldaten ersetzt.