Christliche Arbeiterbewegung feiert

Am Vorabend der Feierlichkeiten zu „Rerum Novarum“ sprach sich Jan Renders, der Vorsitzende der christlichen Arbeiterbewegung dafür aus, bei den Regionalwahlen am 7. Juli für eine sozialbewegte Partei zu stimmen.
Das „Rerum Novarum“-Fest erinnert an die am 15. Mai 1891 veröffentlichte Enzyklika „Rerum Novarum“, die Papst Leo XIII. in die Papstgeschichte als den „Arbeiterpapst“ eingehen ließ. Diese Enzyklika gilt als „Magna Carta“ für die sozialen Probleme und begründete die Katholische Soziallehre.
In Belgien feiert die christliche Arbeiterbewegung (ACW) immer an Christi Himmelfahrt das „Rerum Novarum“-Fest und formuliert dann in zahlreichen Reden neue Forderungen in der Sozialpolitik.

Der ACW-Vorsitzende Jan Renders (Foto) warnte die Politik im Vorfeld der Regionalwahlen vom 7. Juli: „ Als Sozialbewegung haben wir den Vorteil, dass uns der Wahlkampf nicht direkt betrifft. Wir müssen auch dann gegen den Strom schwimmen, gegen den Strom der Individualisierung und Verrohung unserer Gesellschaft, gegen die zunehmende Intoleranz.“

Renders formulierte eine deutliche Botschaft an die Adresse der flämischen Christdemokraten CD&V.: „ Wir brauchen Verbündete, um in der Politik soziale Akzente setzen können und um in Flandern gegen den Rechtsruck anzugehen.“

„Parteien die sich für soziale Gerechtigkeit einsetzen, müssen dies berücksichtigen, wenn sie Koalitionsgespräche führen.“

„Gleicher Kündigungsschutz für Arbeiter und Angestellte“

Luc Cortebeek (Foto), der Vorsitzende der christlichen Gewerkschaft, kritisierte in seiner „Rerum Novarum“-Rede vor allem den liberalen Finanzminister Didier Reynders, weil dieser in seinen Augen zu wenig gegen den Steuerbetrug unternehme.

„Ich möchte klarstellen, dass wir von diesem Mann nichts erwarten können“, sagte Cortebeek. „Erst sollen bitteschön die zur Kasse gebeten werden, die uns die Krise eingebrockt haben und von denen in den vergangenen Jahren kaum finanzielle Anstrengungen verlangt worden sind. Sowieso werden die als erste der Früchte der Krisenmaßnahmen ernten, sobald die Börsen sich wieder erholen.“

Cortebeek forderte auch einen Gleichschaltung des Kündigungsschutzes für Arbeiter und Angestellte. „Arbeiter bekommen die Krise jetzt am härtesten zu spüren und das ganz besonders, wenn sie entlassen werden. Sie werden diskriminiert und das können wir nicht länger akzeptieren. Seit 16 Jahren arbeiten hieran und bis zum Jahresende muss sich an dieser Ungerechtigkeit etwas geändert haben.“