Flandern kämpft um Opel Antwerpen

Am Donnerstag hat die flämische Regierung mit Magna, einem der drei Opel-Übernahmekandidaten, über die Zukunft des Antwerpener Opel-Werkes verhandelt. Garantien, dass das Werk nicht geschlossen werde, gab es nicht.
Drei Kandidaten haben ihre Angebote für die Übernahme den angeschlagenen Autobauers Opel bei der Opel-Mutter General Motors (GM) und der deutschen Bundesregierung vorgelegt.
Die meisten Chancen haben dabei der italienische Autobauer Fiat und der österreichisch-kanadische Autozulieferer Magna. Dritter ist der US-Finanzinvestor Ripplewood. Aber reine Finanzinvestoren will die deutsche Bundesregierung eher nicht.

Am Donnerstagvormittag unterhielt sich die flämische Regierungsspitze eine Stunde lang ausführlich mit dem Management des Magna-Konzerns. Ministerpräsident Kris Peeters stellte klar, dass seine Regierung bereit sei, für die Rettung von Opel Antwerpen gehörig viel Geld auf den Tisch zu legen.

Er garantiert dem Übernahmekandidaten eine Bankbürgschaft von 300 Millionen Euro und will 200 Millionen Euro in ein „Sale and Lease Back“-Operation für Werk und Werksgelände investieren.

Die Gewerkschaften in Antwerpen würden eine Übernahme durch den Magna-Konzern begrüßen, weil sie ihn für den vertrauenswürdigsten Partner halten.

Ungewisse Zukunft

Konkrete Zusagen über die Zusagen bezüglich der Zukunft von Opel-Antwerpen wollte die Magna-Delegation aber nicht machen.

„Uns wurde das Gesamtprojekt für Opel-Europa vorgestellt, aber echte Garantien für den Fortbestand von Opel Antwerpen gab es nicht“, so Ministerpräsident Peeters (Foto) nach Ablauf des Gespräches. Er sagte auch, es müsse sicher gestellt werden, dass Flandern weiterhin ein Standort für die Automobilindustrie bleibt.

In Kürze will die flämische Regierungsspitze auch mit Vertretern der beiden anderen Opel-Übernahmekandidaten – Fiat und Ripplewood – verhandeln.
Magna wird nicht müde, darauf hinzuweisen, dass sich dem Zulieferer mit seinem russischen Mitfinanzierer, der Sberbank, große Märkte für Opel in Osteuropa und Russland erschließen. Allein in Russland sollen künftig jährlich eine Million Autos von Opel verkauft werden.

Der Fiat-Konzern argumentiert, dass er sich mit Billigung von GM auf dem südamerikanischen Markt ausbreiten will. Grundsätzlich ist das Ziel von Fiat, den zweitgrößten Autokonzern der Welt hinter Toyota zu schaffen und damit über die großen Stückzahlen die Kosten zu senken.