Schwerer Unfall am Bahnsteig

Im Bahnhof von Dinant in der Provinz Namür sind am Samstagabend zwei Personen unter einen Zug geraten. Die beiden Personen, ein Rentner und ein Zugschaffner, wurden dabei schwer verletzt.
Der Fahrgast, ein 70jähriger Rentner, wollte offenbar noch auf einen bereits abfahrenden Zug springen.

Der Mann nutzte dazu die für den Schaffner noch letzte offene Tür, riss aber den Schaffner dabei aus dem Zug.

In den Augenblicken vorher soll der Reisende auf den Sxchaffner, der ihn wegen der Gefahr bei der Zugabfahrt nicht mehr einsteigen lassen wollte, eingeschlagen und ihn beschimpft haben.

Beide fielen unter den bereits rollenden Zug. Dabei wurden dem Schaffner beide Beine abgetrennt und dem Fahrgast musste später ein Fuß abgetrennt werden.

Die Kollegen des schwer verletzten Zugbegleiters haben nach dem Zwischenfall eine Zeit lang ihre Arbeit nieder gelegt.

Sie forderten gemeinsam mit den Eisenbahnergewerkschaften, dass Reisezüge in Zukunft erst dann abfahren dürfen, wenn alle Türen effektiv geschlossen sind.

Dazu müssten allerdings auf den Bahnsteigen Kontrolleure vor Ort sein, die den Lokführern den Abfahrauftrag erteilen.

Die belgische Eisenbahngesellschaft SNCB/NMBS wartet in diesem Zusammenhang auf die Ergebnisse der Untersuchungen. Die Staatsanwaltschaft von Dinant hat Ermittlungen eingeleitet.

Bei der Bahn hieß es am Sonntag, das Problem des Abfahrauftrags durch die Zugbegleiter am Bahnsteig werde bereits länger idiskutiert. Mittlerweile ist die Diskussion auch beim Bahnpersonal im Allgemeinen entfacht und das Bahnmanagement will dazu neue Regelwerke aufstellen.