Hergé-Museum der Presse vorgestellt

In Louvain-La-Neuve, einer Universitätsstadt in Wallonisch-Brabant, wird am Dienstag den 2. Juni das erste belgische Museum für den Comiczeichner Hergé eröffnet. Das Museum ist ein futuristischer Bau am Rand der Stadt.
Das Hergé-Museum liegt am Rand des Wäldchens „Bois de la Source“ unweit der frankophonen Universitätsstadt Louvain-La-Neuve in der Provinz Wallonisch-Brabant.

Das moderne und futuristische Gebäude stammt aus der Feder des französischen Stararchitekten Christian de Portzamparc und hat die Form eines Prismas, das über dem Wald zu schweben scheint.

Ein solches Museum hat Belgien immer schon gefehlt. Nach der Eröffnung des Magritte-Museums in Brüssel wird damit in kürzester Zeit das zweite Museum für einen der wichtigsten Kulturschaffenden unseres Landes eingeweiht.
Die Ausstellungsfläche beläuft sich auf rund 2.000 m² und wartet mit 8 großen Sälen auf, in denen die verschiedenen Aspekte des Lebens und des Werks von Georges Rémi, genannt Hergé, unter die Lupe genommen werden.

„Das Museum steht ganz im Zeichen der Freude des Zeichnens und des Erzählens von Bildergeschichten“, wie der niederländische Comic-Zeichner Joost Swarte erzählt, der an der Gestaltung der Einrichtung mitgearbeitet hat.

Die „Studios Hergé“ von Fanny und Nick Rodwell – der zweiten Ehefrau und Witwe Hergés und deren Mann – haben 17 Millionen € in das Museumskonzept investiert.

Die Vorbereitungsarbeiten dauerten gut zehn Jahre. Die Witwe des Künstlers habe die Kosten für das Museum Millionen Euro komplett getragen, sagte Museumsdirektor Laurent de Froberville.

Kontroverse

Das Museum zeigt Originalseiten von Comicalben, Zeichnungen, Werbeplakate und persönliche Gegenstände von Georges Rémi alias Hergé (1907 bis 1983).

Um die empfindlichen Originale nicht zu sehr zu strapazieren, werden sie von Zeit zu Zeit ausgetauscht. Foto- und Filmaufnahmen sind strikt verboten, was am Montag beim Presseempfang zu wütenden Reaktionen der aus der ganzen Welt angereisten Medienvertreter sorgte.

Dezent beleuchtete Vitrinen, sparsames Mobiliar, ein lichtüberflutetes Atrium. Das dürfte eher erwachsene Comic-Liebhaber ansprechen als Kinder. Hergé soll als einen gebildeter und humanistisch eingestellter Künstler gezeigt werden.

Die ersten Geschichten des rasenden Reporters Tim, der von seinem treuen Foxterrier Struppi begleitet wird, erschienen vor 80 Jahren in der Jugendbeilage der Brüsseler Zeitung "Le Vingtième Siècle" (Das 20. Jahrhundert).

Ein Album gab es erstmals 1930, es folgten 23 weitere. Die erste Reise führte Tintin, wie Tim im französischen Original heißt, in die Sowjetunion.

Es folgten China, Afrika oder der Balkan. Auf dem Mond landete der Journalist, der weder Eltern noch Freundin hat, lange vor den Amerikanern. Die Bände wurde in über 70 Sprachen übersetzt.

Praktisch

Adresse:

Musée Hergé, 26, rue Labrador,
B- 1348 Louvain-la-Neuve

Internet: : www.museeherge.com