Opel-Betriebsrat pocht auf Solidarität

Der Antwerpener Opel-Betriebsrat und sozialistische Gewerkschaftsvertreter Rudi Kennes ruft in der Frankfurter Rundschau zur Solidarität bei den Arbeitnehmervertretern der europäischen Opel-Standorte auf.
„Wir müssen in dieser schwierigen Situation zusammenhalten“, sagte Rudi Kennes gegenüber der deutschen Tageszeitung Frankfurter Rundschau, „andernfalls werden wir am Ende alle untergehen.“
Rudi Kennes, Betriebsratsmitglied am Standort Antwerpen und stellvertretender Chef des Europäischen Arbeitnehmerforums von General Motors Europe – die Dachgesellschaft von Opel, kann nicht verstehen, dass seine nordrhein-westfälischen Gewerkschaftskollegen ausscheren und sich hinter NRW-Landeschef Jürgen Rüttgers (CDU) stellen.

Dieser lehnt einen Einstieg des österreichisch-kanadischen Autozulieferers Magna bei Opel ab, da die Gruppe am Standort Bochum plant, wohl 2.200 der insgesamt 5.300 Stellen dort zu streichen.

Offenbar konzentriert man sich bei den Gewerkschaften in Bochum auf einen Einstieg des italienischen Autobauers Fiat, der beide britischen Werke in Luton und Ellesmere Port dichtmachen wolle und die Standorte in Deutschland eher unbehelligt lassen will. Magna will alle Standorte offen lassen und lediglich in Luton und Antwerpen Einschnitte vornehmen.

Auf Solidarität pochen

Rudi Kennes pocht auf Solidarität der Gewerkschaften in der Opel-Frage: „Das haben wir so vereinbart, das muss so bleiben“. Sich gegeneinander auszuspîelen helfe wenig, so der Antwerpener Gewerkschaftler in der Frankfurter Rundschau. Er verstehe nicht, warum der Bochumer Betriebsrat Rainer Einenkel jetzt gegenüber Magna eine ablehnende Haltung einnehme.

Nach dem Magna-Konzept soll Bochum das Modell „Zafira“ bauen. Deshalb versteht Kennes die Haltung des dortigen Betriebsrats nicht. Zumal das Land Nordrhein-Westfalen Opel Hilfen lediglich in Höhe von 150 Millionen € zugesagt habe, während das belgische Bundesland mit Bürgschaften über 300 Millionen € und mit direkten Einlagen von bis zu 300 Millionen € bereit stehe.

Kennes vermutet auch, dass Bochum den "Zafira" eher nicht will, dafür aber den "Astra". Doch gerade dieses Modell hält den Standort Antwerpen am Leben...

Gemeinsam mit Magna soll Opel Antwerpen seine Montagestraßen auch anderen europäischen Autobauern öffnen. Unter anderem haben Peugeot und Ford bereits Interesse bekundet.