Standard gelingt die Titelverteidigung

Zum zweiten Mal in nur 12 Monaten Zeit ist am späten Sonntagabend in Lüttich die große rote Fußballwelle ausgebrochen. „Standard Champion!“ war wohl der am häufigsten ausgesprochene Satz in der Ardennenmetropole. Die Lütticher gewannen das zweite Meisterschaftsstechen gegen RSC Anderlecht mit 1:0 durch einen Strafstoß von Axel Witsel. Das Hinspiel in Brüssel ging am vergangenen Donnerstag mit 1:1 zu Ende.
Ein wirklich spannendes Duell sahen die 30.000 Zuschauer im ausverkauften „Rouches“-Stadion im Lütticher Stadtteil Sclessin am Sonntagabend nicht. Standard sicherte sich hinten völlig ab und legte quasi ein defensives Schloss vor das Tor von Sinan Bolat, dem Elfmeterheld vom Hinspiel.
Anderlecht hatte also die Initiative zu übernehmen, konnte aber nicht punkten, denn Standard-Spielführer Steven Defour wich Mbark Boussoufa nicht von der Seite und machte ihn dadurch recht unschädlich.

Leider versuchte der Rekordmeister vieles mit der Brechzange zu erreichen und es kam zu vielen Unterbrechungen und Fouls. Technisch war die Partie kein Glanzlicht und die Torhüter hatten kaum zu tun.

Wie schon im Hinspiel und in vergangenen Duellen bestimmten Standardsituationen das Ergebnis. Nach einem unnötigen Ellenbogencheck von Victor Bernardez gegen Dieumerci Mbokani kurz vor der Pause zeigte Referee Allaerts gnadenlos auf den Punkt.

Wieder war ein Strafstoß entscheidend

Trotz heftiger Proteste von Seiten Anderlechts legte sich Axel Witsel ruhig den Ball zurecht und schoss ihn unhaltbar für Davy Schollen ins gegnerische Netz: 1:0 für Lüttich. Die „Rouches“ waren damit und nach dem 1:1 in Hinspiel virtuell Meister.
Die Lütticher kamen frisch und angrifflustig aus der Kabine und suchten direkt das zweite Tor, während Anderlecht weiter verbissen zuwerke ging und Gelbe Karten sammelte. Standard verpasste unterdessen einige Torchancen, konnte aber nonchalant darüber hinwegsehen.

Anderlecht-Coach Ariel Jacobs überraschte dann Freud und Feind, als er Bernardez gegen den erst 16jährigen Nachwuchsstürmer Romelu Lukaku einwechselte. Doch es schien leicht vermessen, davon auszugehen, dass ein so junger und unerfahrener Spieler im Hexenkessel von Sclessin ein so wichtiges Spiel umzudrehen vermochte…

Und doch wurde Anderlecht gegen Ende stärker und stärker und die Luft war zum Schneiden. Aber, Lüttich-Keeper hielt seinen Kasten sauber und nach 90 Minuten konnte das Fest in Lüttich beginnen.