Belgischer Blitzbesuch in Bagdad

Der belgische Außenminister Karel De Gucht ist am Mittwochmorgen zu einem vorab nicht angekündigten zweitägigen Besuch in Bagdad eingetroffen. Es ist der erste offizielle belgische Besuch seit 1990.
In Bagdad wurde der Chef der belgischen Diplomatie von seinem irakischen Amtskollegen Hoshyar Zebari empfangen.

Vorgesehen sind mehrere Treffen mit verschiedenen hohen Regierungsvertretern, wie Premier Nouri al-Maliki, Aussenminister Hoshyar Zebari und Menschenrechtsminister Wedjane Mikhaïl. Gegenstand der Gespräche ist eine Normalisierung der bilateralen Beziehungen Belgiens zum Irak. In Brüssel gilt der Irak als potentiell wichtiger Wirtschaftspartner.

Karel De Gucht wird auch die Stadt Erbil in der autonomen Region Kurdistan besuchen. Von dort wird ab nächster Woche zum ersten Mal in der Region gefördertes Rohöl an die benachbarte Türkei geliefert.
Belgien hatte 2003 genau wie Frankreich und Deutschland zu den überzeugten Gegnern der von den USA angeführten Invasion im Irak gehört.

1990 war die belgische Botschaft in Bagdad nach der irakischen Invasion in Kuwait geschlossen worden und sie wurde bisher nicht erneut eröffnet, weil die Kosten für die Sicherheit von Gebäude und Personal zu hoch sind.