Zum ersten Mal in 50 Jahren: Negative Inflation

Im ausgehenden Monat Mai ist die Inflation in unserem Land unter Null gesunken. Seit etwa einen halben Jahrhundert ist dies in Belgien nicht mehr vorgekommen. Für Bundeswirtschaftsminister Vincent Van Quickenborne (Open VLD) bedeutet dies einen "Bonus für die Kaufkraft der Familien".
Der sehr niedrige Inflationsgrad in Belgien ist auf die weiter gesunkenen Energiepreise zurückzuführen. Die Preise für Strom, Erdgas, Heizöl, Benzin und Dieselkraftstoff lagen im Mai 2009
17,7 % unter denen im gleichen Monat des Vorjahres.

Im Mai waren im Warenkorb, auf dessen Basis die Inflation in unserem Land berechnet wird, vor allem Erdgas, Elektrizität, frisches Gemüse, Autos und Ferienreisen günstiger, als in den Vormonaten.
Falls die Preise für Energieprodukte weiter auf den heutigen Stand bleiben, könnte die Inflation in den kommenden Monaten weiter sinken, denn im Frühjahr/Sommer 2008 waren die Energiepreise stark angestiegen.

Seit 1960 ist in Belgien keine negative Inflation mehr registriert worden. Damals, im Dezember, lag die Inflation bei - 0,17 %.

Mitte des vergangenen Jahres lag die Inflation in unserem Land mit 5,91 % noch recht hoch, was an den starken Preisanstiegen im Bereich Energieprodukte lag.

Sinkende Inflation schneller als erwartet

Die negative Inflation ist diesen Monat schneller eingetreten, als erwartet.

Das Planungsbüro der belgischen Bundesregierung, das sich mit den Wirtschafts- und Ausgabenerwartungen unseres Landes auseinandersetzt, hatte dies erst ab Juni vorausgesehen.

Das Planungsbüro erwartet, dass sich die Inflation auf Jahresbasis auf 0,3 % einpendelt.