Magna übernimmt Opel

In Berlin hat sich die Deutsche Regierung mit dem kanadisch-österreichischen Magna-Konzern und General Motors geeinigt. Magna übernimmt Opel Europa. Was das konkret für Opel Antwerpen bedeutet, ist noch völlig offen.
In der Nacht zum Samstag haben sich in Berlin die deutsche Regierung und die betroffenen deutschen Bundesländer mit dem Opel Mutterkonzern General Motors und dem Investor Magna auf ein Rettungskonzept für Opel geeinigt.

Magna übernimmt 20 Prozent des Kapitals und die russische Sberbank mit dem russischen LKW- und Busbauer GAZ 35 Prozent, womit beide zusammen eine Mehrheit haben. General  Motors behält 35 Prozent und die Belegschaft soll die restlichen 10 Prozent erhalten.
So wird verhindert, dass Opel von einer für Montag erwarteten Insolvenz von General Motors mitgerissen wird. Deutschland stellt einen staatlichen Überbrückungskredit von 1,5 Milliarden Euro zur Verfügung.

Was das konkret für die fast 2.700 Mitarbeiter von Opel Antwerpen bedeutet, ist zur Stunde noch völlig unklar.

Der Ko-Vorstandsvorsitzende von Magna, Siegfried Wolf, erklärte, er werde in den kommenden Wochen mit allen Ländern Gespräche führen, wo Opel-Standorte sind. Er sei zuversichtlich, Lösungen zu finden, um so viele Arbeitsplätze wie möglich zu erhalten.

Am Freitag hatte die flämische Wirtschaftministerin Patricia Ceysens während einem EU-Sondertreffen zur Opel-Krise die Befürchtung ausgesprochen, die deutschen Rettungsbemühungen könnten unter anderem zu Lasten des Antwerpener Standorts gehen.

Tatsächlich scheint festzustehen, dass Magna sich vor allem auf die deutschen Opelwerke konzentrieren will. Magna will alle vier deutschen Opel-Standorte in Rüsselsheim, Bochum, Kaiserslautern und Eisenach erhalten.

"Es wird ohne Personalabbau nicht gehen", sagte Opel-Gesamtbetriebsrat Klaus Franz. Die Rettung von Opel hat beim Betriebsrat des Autobauers aber vor allem große Erleichterung ausgelöst. Der begrüßte, dass es nicht zu einer Fusion mit dem italienischen Autobauer Fiat kommen wird.

"Natürlich sind wir mit dem Abkommen zufrieden", sagte Luc Van Grinsven von der christlichen Gewerkschaft bei Opel-Antwerpen. "Jetzt sind wir sicher, dass Opel in Europa noch eine Zukunft hat. Wir vertrauen auf die Zusammenarbeit im europäischen Betriebsrat."

Opel in Europa

Der Opel-Mutterkonzern General Motors (GM) unterhält in Deutschland vier Standorte. Insgesamt arbeiten nach Unternehmensangaben rund 26 000 Beschäftigte für den Autobauer - die meisten in den Werken Rüsselsheim, Bochum, Kaiserslautern und Eisenach.

Opel-Autos werden zudem in folgenden europäischen Werken produziert:Antwerpen/Belgien (Astra, Foto), Gleiwitz/Polen (Agila, Astra Classic, Zafira), Ellesmere Port/England (Astra, Astravan), Luton/England (Vivaro) und Saragossa/Spanien (Corsa, Corsavan, Meriva, Combo).