Belgien besteht aus zwei Ländern

In Flandern besorgten die Wähler zwei konservativen Parteien einen deutlichen Wahlsieg; den Christdemokraten und der flämisch-nationalistischen N-VA. In der Wallonie und Brüssel schneidet die PS besser als erwartet ab und siegen die Grünen (ECOLO).
Die Wähler in ganz Belgien haben anders entschieden, als es die Meinungsumfragen in den Tagen vor der Wahl prophezeit hatten.

In Flandern sind zwei eher konservative Parteien – die Christdemokraten (CD&V) und die flämischen Nationaldemokraten (N-VA) – die Wahlsieger. Wahlverlierer sind vor allem die Rechtsextremen und die Liberalen. Die rechtsliberalen Populisten (Lijst Dedecker) und die Grünen (Groen) bleiben weit hinter den Erwartungen zurück und die Sozialdemokraten verlieren weniger als erwartet.

In der Wallonie blieb die angekündigte erdrutschartige Niederlage der sozialistischen PS zwar aus, die Partei ist aber der große Wahlverlierer. Die liberale MR schaffte den hart umkämpften Sieg nicht und wird absolut nicht stärkste politische Kraft in. Für den Parteivorsitzenden Reynders ist dies eine persönliche Niederlage.

Überzeugender Wahlsieger und jetzt auch deutlich drittstärkste Partei in der Wallonie ist die Öko-Partei Ecolo. Die christdemokratischen ‚Zentrumhumanisten’ cdH bleiben nur noch viertstärkste Partei.

In der Hauptstadtregion Brüssel löst die MR die PS wohl als stärkste Partei ab. Während diese beiden Parteien Wähler verloren ist der Wahlsieger in Brüssel aber ebenfalls Ecolo und das wieder sehr überzeugend. Die Grünen landen hinter MR und PS auf Platz Drei vor cdH auf Platz Vier.
Feststeht: in der Wallonie und in Brüssel entschieden sich die meisten Wähler für Parteien, die im Parteienspektrum eher links von der Mitte angesiedelt sind, während in Flandern eine große Mehrheit rechts von der Mitte wählte, der extremen Rechten aber zunehmend den Rücken kehrte.