Brüssel: Immer weniger flämische Stimmen

Nur 51.811 Wähler gaben am Sonntag in Brüssel ihre Stimme einem Kandidaten auf den niederländischsprachigen Listen. Seit der Gründung der Hauptstadtregion Brüssel vor zwanzig Jahren waren es noch nie so wenige.
1989 bei den ersten Brüsseler Regionalwahlen holten die flämischen Listen 67.000 Stimmen. Bei den letzten Regionalwahlen von 2004 waren es noch 62.516 Wähler. In Brüssel gaben Sonntag 484.719 Wahlberechtigte ihre Stimme an.

Möglicherweise lässt sich das schlechte Abschneiden der flämischen Listen durch die Verluste der rechtsextremen flämischen Partei Vlaams Belang erklären, die 2004 bei den Wahlen noch viele französischsprachigen Wähler mit ihren ausländerfeindlichen Parolen überzeugen konnten. Sonntag verlor Vlaams Belang in Brüssel 17 % ihrer Stimmen.

Eine andere Erklärung kann die Tatsache sein, dass immer mehr flämische Einwohner Brüssels in die flämischen Vorstädte Brüssel umziehen.