Welche Koalition für Flandern?

Die Sitzverteilung im flämischen Parlament ist definitiv, aber schon jetzt steht fest, dass CD&V, Open VLD und SP.A die Koalition der letzten Legislatur fortsetzen könnte. Die CD&V kann sich aber auch für die N-VA als Partner entscheiden.
Nach den Regionalwahlen ist die flämische Parteienlandschaft sehr zerstückelt. Mit Abstand größte Partei sind die Christdemokraten (31 Parlamentarier, + 3). Zweigrößte Partei bleibt trotz großer Verluste (- 11 Parlamentarier) die rechtsextreme Partei Vlaams Belang (21).

Auf den Plätzen Drei und Vier folgen SP.A (19) und Open VLD (21, -4). Eindeutiger Wahlsieger N-VA holt 16 Sitze (+ 9). Liste Dedecker ist mit 8 Parlamentariern vertreten und die Grünen mit 7 (+1). Die französischsprachige Liste UF (Union francofone) behält einen Sitz.

Weil viele Parteien mit ungefähr der gleichen Sitzsaal im flämischen Parlament vertreten sind, liegt die Koalition nicht unbedingt vor der Hand. Schon jetzt steht fest, dass die Christdemokraten des bisherigen Ministerpräsidenten Kris Peeters als größte Partei die Koalitionsgespräche führen werden.

Möglich ist die Fortsetzung der bisherigen großen Koalition von Christdemokraten, Liberalen und Sozialdemokraten. Die hätte im flämischen Parlament eine deutliche Mehrheit von 71 von 124 Sitzen.

Aber Peeters kann sich auch von der sozialdemokratischen SP.A verabschieden und den deutlichen Wahlsieger, die Nationaldemokraten von der N-VA ins Boot nehmen, was aber nicht vor der Hand liegt, weil die N-VA ihre flämisch-nationalistischen Standpunkte in letzter Zeit noch radikalisiert hat. Eine Mehrheit von CD&V, N-VA und Open VLD hätte 68 von 124 Sitzen.

Außerdem ist eine Koalition Mehrheit der CD&V mit N-VA und SP.A möglich. Die hätte eine kleine Mehrheit von 66 von 124 Sitzen.