Botschafter besorgte Visa für Frauen aus Thailand

Wie erst jetzt bekannt wurde, „regelte“ Bertrand de Crombrugge (großes Foto), der frühere belgische Botschafter in Moskau, Visa für einige Frauen aus Thailand. Der Grund? Ein in Belgien wohlbekannter russischer Milliardär konnte auf diesem Weg seine asiatischen Gespielinnen problemlos in seine Residenz in Frankreich bringen lassen.
Der Vorfall ereignete sich bereits im vergangenen Sommer und hatte bereits Folgen für den belgischen Diplomaten. Bertrand de Crombugge wurde aus Moskau abberufen und arbeitet jetzt in belgischen Außenministerium in Brüssel.

Der russische Milliardär Suleiman Kerimov hatte im vergangenen Sommer auf seinem französischen Landsitz in Antibes ein großes Fest veranstaltet. Auf diesem Fest tanzten auch zwei exotische Frauen aus Thailand.
Doch um diese nach Frankreich bringen zu können, brauchte er Einreisevisa für die Europäische Union.

Da konnte der belgische Botschafter in Brüssel helfen. Als Freundschaftsdienst „regelte“ er das Visumproblem für die beiden Frauen auf dem kleinen Dienstweg und der Feier in Antibes stand nichts mehr im Wege.

Die Thailänderinnen reisten über Belgien nach Frankreich ein.

Van Crombrugge besorgte die Visa, denn er wollte sich offenbar bei Suleiman Kerimomv beliebt machen. Der Milliardär hat Beziehung zu höchsten Regierungskreisen in Russland, bis hin zu Vladimir Putin.

Inzwischen hat der Diplomat seinen Fehler wohl eingeräumt und wurde in seine Heimat zurückberufen.

Kerimov in Belgien bekannt

Die Visum-Affäre ist nicht das erste Mal, dass der Name Suleiman Kerimovs in den belgischen Medien auftaucht. Vor einigen Jahren verunglückte Kerimov in Cannes mit seinem Ferrari, wobei er schwere Verbrennungen erlitt. Belgiens damaliger Verteidigungsminister André Flahaut sorgte damals dafür, das der schwerreiche Russe im auf Brandwunden spezialisierten Militärkrankenhaus von Neder-over-Heembeek behandelt werden konnte.

Flahaut ließ ihn selbst mit einer belgischen Militärmaschine einfliegen, was seinerzeit für einen Skandal gesorgt hatte. Kerimov allerdings zahle für diese Behandlung und spendete eine hohe Geldsumme für die Kinderabteilung des Krankenhauses. Auch damals ging es bei diesem Freundschaftsdienst um eine Förderung der Kontakte zu Russlands führenden Zirkeln.