Flämische Mehrheit in Brüssel steht

Liberale, Christdemokraten und Grüne haben auf flämischer Ebene ein Koalitionsabkommen zur Bildung der Brüsseler Regionalregierung getroffen. Damit gehören die flämischen Sozialisten nicht mehr zur Mehrheit im Brüsseler Regionalparlament.
Der führende Brüsseler Open VLD-Politiker und Regionalminister Guy Vanhengel (großes Foto oben) gab bekannt, dass sich seine Liberalen mit der christdemokratischen CD&V und den Grünen von Goen! auf eine Koalition für die Regierungsbeteiligung auf Regionalebene geeinigt haben.
Das Wahlresultat in Brüssel war etwas anders gefärbt, als auf flämischer Landesebene. So haben die Liberalen in der belgischen Hauptstadtregion im Gegensatz zu ihren Parteifreunden in Flandern nichts verloren, sondern Stimmen hinzugewonnen. Auch die Grünen machten im Vergleich zu ihren Landeskollegen Stimmen gut.

In der Nacht zum Donnerstag haben sich die beiden Parteien mit der CD&V auf eine Koalition geeinigt. Dies bedeutet, dass diese Mehrheit ohne die sozialistische SP.A auskommen wird. Die SP.A wird in die Opposition gehen.

Vanhengel sagte gegenüber den Medien, dass viele einzelne Punkte der verschiedenen Programme gut zusammenpassen würden, was diese Mehrheit möglich mache. Groen! beeilte sich zu melden, dass man Brüssel jetzt zur ökologischen Hauptstadt Europas machen wolle.

Warten auf die frankophone Seite

Nun müssen die flämischen Koalitionspartner noch auf die Partner der französischsprachigen Parteien in Brüssel warten. Hier sieht es so aus, als würden die Grünen von Ecolo (die in der abtretenden Regierung gemeinsam mit Groen! auf Brüsseler Regionalebene eine Fraktion bildeten) mit der Zentrumspartei CDH und den Sozialisten der PS eine Mehrheit bilden. Doch dies ist noch nicht spruchreif. Damit wären die frankophonen Liberalen der MR - die größte Partei in Brüssel (!) - aus dem Rennen.