NATO zieht Truppen aus Kosovo ab

Die Mitgliedsstaaten des nordatlantischen Verteidigungsbündnisses NATO haben vereinbart, ihre Mannschaftsstärke im Kosovo von derzeit 14.000 Soldaten auf 10.000 zu senken. Zu den KFOR-Truppen im Kosovo gehören auch 200 belgische Soldaten.
Nach Ansicht der NATO ist die Lage im Kosovo, einer albanischstämmigen Region, die früher zu Serbien gehörte, mittlerweile stabil. Die Sicherheitslage habe sich inzwischen deutlich verbessert.
In einer ersten Phase plant die NATO ab Anfang 2010 die Truppenstärke von derzeit 14.000 Soldaten um etwa ein Drittel zu senken. Falls es die politische Lage mittelfristig erlaube, so NATO-Generalsekretär Jaap de Hoop Scheffer, könne eine weiteren Truppenreduzierung vorgenommen werden.

Die NATO plant offenbar schon länger, die KFOR-Truppen im Kosovo zu reduzieren, denn auch in anderen Krisenregionen in der Welt, zum Beispiel im Irak und in Afghanistan, sind massiv solche Soldaten im Einsatz. Inzwischen wiegen diese Missionen schwer in den Haushalten der NATO und der Verteidigungsetats der Mitgliedsländer.

200 Belgier in Mitrovica

Belgien ist bei der KFOR-Mission im Kosovo mit 200 Mann vertreten. Diese Soldaten sind im Norden des Kosovo in der Region Mitrovica stationiert, eine Gegend, in der die Spannungen zwischen der albanischen Mehrheit und der serbischen Minderheit noch immer sehr groß sind und jederzeit ausufern könnten.

Angesichts der Lage in Mitrovica ist Belgiens Verteidigungsminister Pieter De Crem (CD&V) der Ansicht, dass man noch eine Zeit lang dort bleiben soll: „Es lastet ein enormer Druck auf unseren Schultern, unsere Anwesenheit dort beizubehalten. Wir spielen dort eine wichtige Rolle und dies ist eine sehr wichtige Gegend.“

Und doch will De Crem mit seinen NATO-Amtskollegen darüber sprechen, ob auch die belgische Mannschaftsstärke reduziert werden kann. Belgien könne seine Soldatenzahl im Zuge eines Rückzugs an die der anderen NATO-Länder anpassen.