VRT-Journalist in Teheran verhaftet

VRT-Radiojournalist Jef Lambrecht und ein Kollege des französischsprachigen Senders RTBF sind am Sonntagmorgen in Teheran vorübergehend festgenommen worden. Lambrecht wollte über die Ausschreitungen nach der Wiederwahl des ultrakonservativen Präsidenten Mahmud Ahmadinedschad berichten.
Der VRT-Reporter war am Sonntagmorgen in der Hauptstadt unterwegs, um über die Lage zu berichten. Seit dem Erdrutschsieg von Ahmadineschad brechen die Proteste der Opposition gegen den vermutlichen Wahlbetrug nicht ab.
Gegen 10 Uhr wurden Lambrecht und ein RTBF-Kollege festgenommen. "Die Polizei nahm meinem Kollegen erst das Aufnahmegerät ab. Als sie merkten, dass wir zusammengehörten, wurde ich auch mitgenommen", berichtet Lambrecht.

"Man hat uns eine Weile in einem unterirdischen Stockwerk des Innenministeriums festgehalten. Dort befanden sich bereits 13 Männer und eine Frau. Sie trugen Handfesseln und mussten knien. Später wurde noch ein weiterer junger Mann hereingebracht, der in ein noch tieferes Stockwerk geführt wurde. Dort hörten wir ihn später laut weinen."

Einschüchterung

Lambrecht wurde nach einer Stunde wieder freigelassen. Die Behörden verlangten von ihm, keine weiteren Fotos oder Aufnahmen zu machen. VRT-Reporter Rudi Vranckx zufolge, der den Iran ebenfalls gut kennt, sind solche Verhaftungen nicht außergewöhnlich. Damit wollen die Behörden ausländische Journalisten einschüchtern.