Kinderkrippen sollen für Musik bezahlen

Die Urheberrechte-Vereinigung Sabam will, dass Kinderkrippen und Tagesmütter Rechte für die Musik bezahlen, die sie den Kindern vorspielen. Wer zuhause Kinder betreut, leitet ein öffentliches Unternehmen und muss Gebühren bezahlen, so die Sabam.
Weil aber keine Kontrollmittel zur Verfügung stehen, werden bei privater Betreuung zuhause keine Rechte eingefordert.
Laut der Zeitung "Het Laatste Nieuws" hatte der flämische Familienbund "Kind & Gezin" alle selbstständigen Tagesmütter und Kinderkrippen in einem Rundbrief aufgefordert, die Sabam zu kontaktieren.
Die Sabam vereinigt alle belgischen Autoren, Komponisten und Verlage.

Die Vereinigung will, dass Tagesmütter und Kinderkrippen Rechte für das Abspielen von Musik für Kleinkinder zahlen: "Es handelt sich lediglich um die korrekte Anwendung des Gesetzes."
"Tagesmütter betreuen Kinder nicht unentgeltlich. Deswegen ist die Betreuung keine Privatangelegenheit, sondern ein Gewerbe", erläuterte Sabam-Vertreter Thierry Dachelet.

In einer Reaktion gegenüber der VRT nuancierte Dachelet seine Aussage und sprach von einem Sturm in einem Glas Wasser: "Weil aber keine Kontrollmittel zur Verfügung stehen, werden bei privater Betreuung zuhause keine Rechte eingefordert."
Verschiedene Tagesmütter und auch der Familienbund haben entrüstet reagiert. "Wir glauben nicht, dass es für die Krippen und Tagesmütter auf der Hand liegt, diese Bestimmungen zu berücksichtigen. Tagesmütter, die Kinder betreuen, betrachten ihr Zuhause bestimmt nicht als öffentlichen Raum."

"Kind & Gezin" will Kontakt mit Sabam aufnehmen, um für die Kinderkrippen eine ähnliche Lösung wie für die Schulen zu suchen. Seit vorigem Jahr zahlen Schulen einen Pauschalbetrag, der von der Anzahl Schüler abhängt.