Taliban feuern auf belgische Soldaten

Im Norden von Afghanistan haben Talibankämpfer zirka 30 belgische Soldaten schwer unter Beschuss genommen. Das meldet die Zeitung "De Morgen". Während des Gefechts zwischen den belgischen Truppen und der afghanischen Armee einerseits und den Taliban andererseits kam auch ein amerikanisches Kampfflugzeug F-16 zum Einsatz.
Es ist das erste Mal, dass belgische Truppen in Afghanistan in einen Kampf verwickelt werden. Die Belgier gehören zu einer Ausbildungseinheit, die die afghanische Armee unterstützen.
Laut des belgischen Verteidigungsministeriums ist die Operation vorschriftsmäßig verlaufen.

"Am Donnerstag sind unsere Truppen beim Coachen einer afghanischen Einheit von Oppositionellen beschossen worden", sagte Pressesprecherin Ingrid Baeck: "Daraufhin haben unsere Soldaten wie vorgesehen reagiert."

Opposition reagiert

Dirk Van der Maelen, Abgeordneter der flämischen Sozialdemokraten (sp.a) warf Verteidigungsminister Pieter De Crem (CD&V) vor, zu lügen. "De Crem hat voriges Jahr in der Kammer erklärt, dass die Belgier, die einen Ausbildungsauftrag erfüllen, nicht in den Kampf hineingezogen werden. Im April haben wir enthüllt, dass das wohl geschieht. Jetzt müssen wir lesen, dass die belgischen Truppen schon mehrmals bei Kampfhandlungen betroffen waren. Der Verteidigungsminister hält diese Information vor der breiten Öffentlichkeit und dem Parlament zurück."
Van der Maelen, der die außenpolitische Fraktion in der Kammer leitet, stellt die Frage nach "der Verantwortung, um das Leben von belgischen Soldaten in einem aussichtslosen Krieg zu riskieren."

Bart Staes von den flämischen Grünen und Europaparlamentarier reagierte ebenfalls, indem er De Crem aufforderte das Parlament und die breite Öffentlichkeit vollständig über diese Angelegenheit zu informieren. Auch er forderte eine Debatte über den Einsatz belgischer Truppen im Afghanistan-Krieg.
Pieter De Crem will vorläufig nicht reagieren, sondern seine Antworten für die Fragestunde in der Kammer vorbehalten.