Proteste der Milchbauern in Brüssel

Auch am zweiten Tag des EU-Gipfels demonstrierten erboste europäische Milchbauern wieder für eine Milchquotenregelung und für höhere Preise für ihre Erzeugnisse. Nach kleinen Krawallen in der Nacht zum Freitag gingen die Proteste weiter.
Im Allgemeinen verliefen die Proteste der europäischen Milchbauern bei der EU in Brüssel im vernünftigen Rahmen ab. Bis auf vereinzelte Krawalle am Donnerstagabend am Schumanplatz, wo unter anderem Heuballen und Autoreifen verbrannt wurden, blieben die Landwirte sachlich, wenn auch bestimmt.
Der harte Kern der Demonstranten kam aus Deutschland, wo viele Milchbauern unter den sehr niedrigen Einkaufspreisen durch die verarbeitende Industrie und den Großhandel leiden.

Die deutschen Bauern setzten vor allem auf den Einsatz ihrer Bundeskanzlerin Angela Merkel beim EU-Gipfel, auch wenn das Thema Milchquote gar nicht auf der Tagesordnung der Staats- und Regierungschefs der 27 EU-Mitgliedsländer stand.

Am Freitagmorgen zogen die Bauern mit ihren 600 bis 700 Traktoren wieder in Richtung Brüsseler Europaviertel. Dabei störten sie den Berufsverkehr durch Schrittfahren und durch die Blockierung mehrer wichtiger Kreuzungen und Kreisverkehre empfindlich.

Um die Mittagszeit herum normalisierte sich die Lage in Brüssel wieder und der Straßenverkehr konnte wieder in gewohnter Weise laufen. In der abendlichen Stoßzeit begannen die Milchbauern allerdings wieder mit neuen Blockaden. Auf der Heimfahrt richtung Grenze begaben sich einige der deutschen Bauern mit ihren Traktoren zum Brüsseler Nationalflughafen nach Zaventem, um dort ebenfalls für Blockaden zu sorgen.

Auf nach Luxemburg?

Am Wochenende wollen die Landwirte, die im Jubelpark ihr Zeltlager aufgestellt haben, teilweise weiter demonstrieren. Am Montag steht in Luxemburg ein Treffen der europäischen Landwirtschaftsminister an.

Da wollen die Milchbauern, darunter hunderte Kollegen aus Flandern, hinfahren, um dort ihrem Unmut wieder Luft zu machen und um dort den zuständigen Ministern lauthals ihre Forderungen nach vernünftigen Milchquoten und einer Drosselung der Produktion zu unterbreiten.