Tour de France: Tom Boonen ausgeladen

Nach einem weiteren Fund von Kokainrückständen im Urin des belgischen Radsportstars Tom Boonen, der vor einigen Wochen festgestellt wurde, wollen ihn die Veranstalter der Frankreichrundfahrt nicht im Rennen sehen. Boonens Team, die QuickStep-Mannschaft, will seinen Tourstart jetzt juristisch erzwingen.
Tourveranstalter ASO teilte QuickStep am Donnerstagabend mit, dass Tom Boonen nach wiederholten Kokainproblemen bei der Frankreichrundfahrt nicht willkommen sei.
Radprofis, und gerade ein Champion, wie Boonen, sollten Vorbilder sein und sich sportlich nichts zu schulden lassen kommen.

Das Image eines Profisportlers, der mehrmals mit Kokain in Verbindung gebracht wurde, stimme nicht mit dem aktuelle Image der Tour de France überein. Deshalb sei er nicht am Start willkommen.

Boonen selber reagierte am Donnerstag verärgert: „Jungs, ich werde krank davon!“.

Bei QuickStep reagiert man ebenfalls aufgebracht. Teamchef Patrick Lefevere will jetzt juristischen Rat einholen und notfalls den Tourstart von Tom Boonen per Gerichtsbeschluss erzwingen.

Strich durch die Rechnung des Hauptsponsors

Für den Sponsor wäre eine Absage der Teilnahme Boonens bei der Frankreichrundfahrt eine kommerzielle Katastrophe.

Boonen ist in verschiedenen europäischen Ländern die zentrale Figur für Werbekampagnen beim Parkettbodenhersteller QuickStep.

Für QuickStep ist an der neuen Kokainakte Tom Boonens nichts dran.

Vom Team in Auftrag gegebene Studien sollen beweisen, dass der Radprofi das Kokain, das bei einer Dopingprobe Ende April außerhalb des Renngeschehens in dessen Urin gefunden wurde, nicht eingenommen hat.

Es sei auf anderen Wege in seinen Körper geraten, wie eine Haaranalyse belege.