Belgien verbietet Uranwaffen

Am heutigen Sonntag tritt in Belgien ein neues Gesetz in Kraft, das so genannte Uranwaffen, beziehungsweise mit Uran angereicherte Munition und deren Einsatz generell verbietet. Belgien übernimmt hiermit eine Pionierrolle.
Die belgische Bundesregierung verbietet als erstes Land der Welt diese Art von Waffen. Zuvor geschah dies bereits mit Streubomben und Antipersonenminen.

Uran-Geschosse werden in Kriegsgebieten noch immer eingesetzt, weil sie sich durch eine hohe kinetische Energie und Durchschlagskraft auszeichnen. Die Uranmunition haben aber erwiesenermaßen gefährliche Nachwirkungen.

Sie verursachen bösartige Hauttumore, Leukämien, häufig sogar Mehrfachkarzinome sowie genetische Störungen, die zu Erbkrankheiten und Missbildungen bei den Nachkommen führen.

Deshalb hat der belgische Gesetzgeber schon vor zwei Jahren die Produktion, den Einsatz, die Lagerung und den Handel dieser  Waffen verboten. Im April hat der Senat, die zweite Kammer des Bundesparlamentes, auch die Finanzierung untersagt. Diese Gesetzesnovelle muss aber noch von der ersten Kammer verabschiedet werden.

Ausstellung

In der Kammer des belgischen Bundesparlaments wurde bereits am Donnerstag eine Fotoausstellung eröffnet, die die menschlichen Dramen zeigt, die Opfer von Uranwaffen oder -munition erleiden.

Der Abgeordnete und flämische Sozialist Dirk Van der Maelen (SP.A - Foto), der Autor des Gesetzes, fordert von der belgischen Regierung, sich vehement für ein weltweites Verbot solcher Waffen einzusetzen.