Angreifer nur getadelt

Die zwei ukrainischen Brüder, die den jungen Simon Wijffels vor zwei Jahren niederstachen, sind in Abwesenheit des Mordversuchs für schuldig befunden worden. Eine effektive Strafe erhalten sie nicht.
Im September 2007, zwei Tage nach Schulanfang, war Simon Wijffels unweit von seiner Schule in Gent von zwei aus der Ukraine stammenden Schulkameraden niedergestochen worden. Der damals 14-Jährige erlitt lebensgefährliche Verletzungen.

Die beiden Angreifer hatten zugestochen, nachdem Wijffels sich geweigert hatte, die Telefonnummer eines Mädchens herauszurücken.
Am 26. Mai begann der Prozess gegen die beiden Täter, die jedoch nicht anwesend waren. Die beiden Brüder waren voriges Jahr, nach Ablehnung eines Asylantrags, ausgewiesen worden und nach Israel gezogen. Die heute 18 und 16 Jahre alten Täter sind in Abwesenheit verurteilt worden.

Das Jugendgericht von Gent hat sie des Mordversuches für schuldig befunden. Die beiden Täter erhielten keine Strafe, sondern nur einen Tadel. Dem Gericht zufolge, weil sie sich an die Bedingungen gehalten haben und mittlerweile nach Israel umgezogen sind.

Eine Verweisung in eine geschlossene Jugendstrafanstalt kam als eventuelle Strafe nicht in Frage, u. a. weil der älteste Bruder heute volljährig ist. Nach der Tat hatte der Älteste 15 und der Jüngste 9 Monate in einer geschlossenen Jugendeinrichtung verbracht.

Schadenersatz

Simon Wijffels, der bei der Urteilsverkündung nicht anwesend war, und seine Familie erhalten Schadenersatz in Höhe von 30.000 Euro.

Es wird ebenfalls ein Arzt angestellt, um die psychologischen Folgen bei dem jungen Mann zu evaluieren. Wijffels ist noch immer in Behandlung, um die Folgen der Messerstecherei zu verarbeiten.