Weniger CO2-Ausstoß wegen Krise

Wie die Zeitung ‚De Morgen’ am Donnerstag berichtet, ging der CO2-Ausstoß der belgischen Industrie krisenbedingt in den letzten Monaten deutlich zurück. Deshalb kann Belgien völlig unerwartet doch die Kyoto-Norm einhalten.
Bei ArcelorMittel in Gent und Lüttich stehen die Hochöfen still. BASF in Antwerpen hat die Kapazitäten deutlich heruntergefahren und das gleiche gilt fast für die ganze Industrie. Beim Zinkhersteller Nyrstar in Balen wurde die Produktion wegen fehlender Nachfrage sogar ein halbes Jahr still gelegt.

Eine der wenigen positiven Konsequenzen der Wirtschaftskrise ist eine ökologische. Manche Unternehmen halbierten im ersten Quartal dieses Jahres ihren CO2-Ausstoß um die Hälfte.

Das hat als direkte Folge, dass Belgien die Kyoto-Norm entgegen aller Erwartungen doch noch einhalten kann. Diese Norm besagt, dass der CO2-Ausstoß in der Periode von 2008 bis 2012 im Schnitt 7,5 % niedriger liegen muss als 1990.

Dennoch warnt der Umweltschutzverband ‚Bond Beter Leefmilieu’ (BBL) vor übertriebenem Optimismus „Die Rezession reduziert den CO2-Ausstoß und kurzfristig ist das gut für die Umwelt, aber langfristig bleiben die Nachteile“, so Bram Claeys vom BBL.

„Sobald die Krise ausgestanden ist, fahren die Unternehmen die Produktion wieder nach dem bekannten Muster hoch und steigt der Ausstoß auch wieder entsprechend. Wegen der Wirtschaftskrise werden die notwendigen Investitionen in umweltschonende Technologien darüber hinaus verschoben.“ Deshalb ist es wohl eher unwahrscheinliche das bis 2020 eine 20-prozentige Reduzierung erreicht wird.