Einheimische Freunde verdoppeln Erfolgschancen

Der Schulerfolg von Jugendlichen mit Migrationshintergrund hängt zum Teil davon ab, ob sie "einheimische" Kinder zu ihrem Freundeskreis zählen. Dann verdoppelt sich ihre Chance, weiterzustudieren.
Das geht aus einer Untersuchung der Katholischen Universität Leuven (KUL) hervor, die mehr als tausend türkisch- und marokkanischstämmige Belgier der zweiten Generation mit ihren einheimischen Nachbarn verglichen hat.
Nur einer von zwei türkisch- oder marokkanischstämmigen Jugendlichen, die die allgemeine oder technische Richtung im Sekundarschulunterricht belegen, besuchen später eine Hochschule oder Universität. Bei den einheimischen Kindern studieren vier von fünf Kindern weiter.

Nachteilig wirken sich nicht nur das Familienumfeld und der Sprachrückstand aus, sondern auch das Schulumfeld.

Diskriminierung

"Die meisten haben Gettoschulen besucht", so Karen Phalet von der KUL, "wodurch ihre Chance, auf weiter führende Studien ohnehin drastisch sinkt. Bei den Befragten, die wenigstens einen belgischen Freund in der Grund- und Sekundarschule hatten, ist die Chance, dass sie später studieren, weitaus größer.

Bei der Umfrage stellte sich auch heraus, dass die Hälfte bis zwei Drittel der Befragten sich bereits diskriminiert gefühlt hat.

Karen Phalet: "Es handelt sich vor allem um Erfahrungen von jungen marokkanischen Männern im Kontakt mit der Polizei oder bei Diskothekenbesuchen sowohl in Antwerpen als auch in Brüssel."

Die meisten Frauen der zweiten Generation tragen kein Kopftuch. Wer wohl ein Kopftuch trägt, tut dies freiwillig und aus persönlichen Beweggründen.