Vor 60 Jahren: Frauenwahlrecht im Parlament

Am 26. Juni 1949 durften die belgischen Frauen zum ersten Mal Abgeordnete und Senatoren wählen. Seit dem Ersten Weltkrieg waren die Frauen bei den Gemeinderatswahlen zugelassen.
Belgien war eines der letzten Länder in Westeuropa, das Frauen Wahlrecht erteilte.

Die katholische Partei war zunächst gegen das Wahlrecht der Frauen. Später sprachen sich auch die sozialistische und liberale Partei dagegen aus. Sie befürchteten, dass Frauen eher konservativ wählen würden. Diese Angst war, wie sich im Nachhinein herausstellte, unbegründet.
1919 hatte eine begrenzte Anzahl belgischer Frauen Wahlrecht erhalten: Es waren Mütter und Witwen von Soldaten oder von Zivilisten, die im Ersten Weltkrieg durch den Feind ums Leben gekommen waren.

1920 wurde ein Gesetz verabschiedet, mit dem die Frauen kommunales Wahlrecht erhielten § ausgenommen Prostituierte und Ehebrecherinnen.

Das Gesetz über das Frauenwahlrecht bei Parlamentswahlen wurde 1948 verabschiedet. Am 26. Juni 1949 kam es zum ersten Mal zur Anwendung.