Seeräuber lassen "Pompei" fahren

Die somalischen Piraten lassen den belgischen Frachter "Pompei" und die Bemannung frei. Das hat Premierminister Herman Van Rompuy (CD&V) mitgeteilt. Das Schiff war im April in die Hände der Piraten geraten.
Das Baggerschiff war am 18. April auf dem Weg nach den Seychellen entführt worden.

An Bord befanden sich ein Niederländer, drei Philippinos, vier Kroaten und zwei Belgier: die Westflamen Jan Verplanken und James Law.

Die "Pompei" fährt unter belgischer Flagge und gehört den belgischen Baggerunternehmen DEME und Jan De Nul sowie dem niederländischen Unternehmen Herbosch Kiere.
"Das Krisiszentrum hat uns mitgeteilt, dass die Bemannung in guter Verfassung ist. Die Regierung ist froh, dass die Seeleute bald wieder mit ihren Familien zusammentreffen, die seit Samstag, dem 18. April in großer Sorge gelebt haben, hieß es in der Regierungserklärung am Sonntagmorgen.

In den vergangenen Tagen waren Gerüchte über eine mögliche Freilassung aufgetaucht. Laut der Presseagentur Reuter hatte einen der Piraten verlauten lassen, dass ein Lösegeld von 2,8 Millionen Euro gezahlt worden sei.

Die Regierung hatte diese Meldung nuanciert. Ob tatsächlich Lösegeld an die Piraten gezahlt worden ist, steht nicht fest.

Pressekonferenz

Auf einer Pressekonferenz am späten Vormittag reagierten Innenminister Guido De Padt (Open VLD) und Verteidigungsminister Pieter De Crem (CD&V) erleichtert, dass die Entführung abgelaufen ist und die Bemannung wohl auf ist.

Die Minister lobten die gute Zusammenarbeit zwischen den Regierungen und den Unternehmen. Sie forderten die Medien auch auf, die frei gelassenen Geiseln und ihre Familien in Ruhe zu lassen und keinen Kontakt aufzunehmen.
Am Horn von Afrika sind seit Anfang des Jahres bereits 31 ausländische Schiffe Opfer der Piraterie geworden. 2008 waren 42 Schiffe entführt worden.
Zurzeit halten die Piraten 200 Seeleute fest.

Viele Länder haben Marineschiffe in die Gewässer vor der somalischen Küste entsendet. Weil das Gebiet aber sehr ausgedehnt ist, können sie gegen die ortskundigen Piratenschiffe nur selten vorgehen.