Stoclet gehört zum Weltkulturerbe

Die Unesco hat den "Palais Stoclet" in der Brüsseler Gemeinde Sint-Pieters-Woluwe auf die Liste des Weltkulturerbes gesetzt. Laut des Welterbe-Komitees handelt es sich um ein Meisterwerk des Wiener Jugendstils.
Das Anwesen war zwischen 1905 und 1911 in Auftrag des belgischen Bankiers Adolphe Stoclet gebaut worden. Der Entwurf stammt von dem österreichischen Jugendstil-Architekten Josef Hoffmann, mit dem Stoclet seit einem Aufenthalt in Österreich befreundet war.
An der Errichtung des Gebäudes, das als Gesamtkunstwerk inklusive Mobiliar unter Denkmalschutz steht, waren Handwerker und führende österreichische Künstler der Wiener Werkstätte beteiligt.

Darunter Gustav Klimt, Michael Powolny, Franz Metzner, Bertold Löffler, Leopold Forstner, Ludwig Heinrich Jungnickel und Kolo Moser.

Möbel und andere dekorative und Gebrauchsgegenstände waren eigens von den Wiener Werkstätten für den Brüsseler Stadtpalais angefertigt worden.

In diesem Sinne erinnert es an die "Palazzi" der Renaissance, die ebenfalls Gesamtkunstwerke waren, so Jos Vanden Breden, vom Sint-Lucas-Archief, der die Gelegenheit hatte das Anwesen zu besuchen.

In dem Anwesen, u. a. im großen Esssaal, befinden sich mehrere Friesen von Gustav Klimt. Die Friese "Die Erfüllung" zeigt eine Darstellung des berühmten Bildes "Der Kuss" von Klimt.

Der Stadtpalais ist das einzige Gebäude des Wiener Jugendstils, das noch in seinem ursprünglichen Zustand erhalten ist.

Heute wird das Anwesen von Stoclets Erben bewohnt. Auch deshalb ist es für das breite Publikum nicht zugänglich.
Brüssel ist mit der Grand'Place und vier Häusern von Art-nouveau-Architekt Victor Horta auf der Liste des Weltkulturerbes vertreten.