Bauern blockieren Vertriebszentralen

Mehr als 300 unzufriedene Milchbauern blockieren seit Sonntagabend Vertriebszentren von verschiedenen Supermarktketten. Die Geschäftsleitung von Colruyt reagierte wütend. Sie befürchtet, dass die Aktion sich auf die Bevorratung der Geschäfte auswirken wird.
Die Colruyt-Geschäftsleitung fordert die Behörden auf, Maßnahmen gegen die Blockade zu ergreifen.
Die Blockade hat am Sonntag um 22 Uhr begonnen. Unzufriedene wallonische Milchbauern sind mit ihren Traktoren zu den Vertriebszentren von grossen Warenhausketten in Halle und Ghislenghien gefahren. Von dort aus wird Colruyt versorgt.  Auch Courcelles und Villeroux, Vertriebszentren für Lidl, sind Ziel der Bauernproteste.

Die Milchbauern protestieren gegen die niedrigen Preise. Die Bauern erhalten nur 18 Eurocent pro Liter, obwohl der Kostpreis bei 33 Eurocent liegt.

Wie lange die Aktion dauert, steht nicht fest. Sie ist aber für wenigstens 24 Stunden geplant und soll eventuell verlängert werden.

Am Dienstag sollend ie Bauern mit Landwirtschaftsministerin Sabine Laruelle zusammentreffen.

Seit Mittag lassen die zirka 300 protestierenden Bauern wieder einige Lkws von Colruyt fahren.

Im Laufe des Tages haben die Bauern auch die Vertriebszentren von Delhaize in Zellik blockiert.

Eine Gruppe von Bauern ist zum Vertriebszentrum von Carrefour nach Nijvel gezogen.

Colruyt-Regale bald leer?

Bei Colruyt wird wütend reagiert. Die Supermarktkette können keine Lösung für ein makro-ökonomisches Problem bieten, heißt es.

Der Geschäftsleitung zufolge wird das Problem sich schnell in den Regalen bemerkbar machen.

"Innerhalb von 24 Stunden werden in den Geschäften weder Obst und Gemüse noch Wasser und Frischgetränke zu finden sein. Innerhalb von 48 Stunden werden Milchprodukte und Fleisch fehlen", so Luc Rogge, Generaldirektor von Colruyt.

"Die Aktion ist ein Überfall. Ein Erpressungsversuch, Diebstahl, eine Bedrohung, eine Behinderung des freien Zugangs. Wo bleibt der Rechtsstaat?"

Colruyt hat Verständnis für die Initiative der Milchbauern, denen das Wasser bis zum Hals steht, fordert aber auch eine rasche Lösung für die Situation.