Boonen läuft die Zeit davon

Ein Zivilgericht in Nanterre (Fr) erklärte sich in der Frage, ob der des Kokainmissbrauchs überführte Boonen bei der Tour starten dürfe, für nicht zuständig. Seine Anwälte waren vor Gericht gezogen, um das Tour- Startrecht zu erstreiten.
Nach Meinung des Gerichts hätte sich Boonen an das Sportgericht des Nationalen Olympischen Komitees Frankreichs (CNOSF) wenden müssen.
"Die Richterin hat uns informiert, dass ein französisches Gericht nicht über die legale Basis verfügt, um in diesem Fall ein Urteil zu fällen", erklärte Boonens Anwalt Jean Louis-Dupont.

Tom Boonen (Foto), der am Sonntag noch belgische Radmeister wurde, lässt nichts unversucht, doch noch zum Tour-Start am Samstag in Monte Carlo zugelassen zu werden. Nachdem ein Gericht in Nanterre/Frankreich sich für nicht zuständig erklärt hatte, riefen der Radprofi und sein Team Quick Step nun das französische Sportgericht an.

Nachdem Boonen, der 2007 das Grüne Trikot holte, regelmäßiger Kokain-Konsum nachgewiesen worden war, verwehrten ihm die Tour-Organisation ASO die Startberechtigung.

Die wollte der Ex-Weltmeister vor einem ordentlichen Gericht einklagen - ohne Erfolg. Auch seinem letzten Vorstoß vor der Sport-Instanz werden vier Tage vor dem Tourstart nur geringe Erfolgsaussichten eingeräumt.

„Image der Tour“ de France beschädigt?

Der Tour-Veranstalter ASO hatte Boonen wie im Vorjahr die Teilnahme verweigert, weil er innerhalb eines Jahres dreimal des Kokain-Konsums überführt worden war und damit das „Image der Tour“ beschädigt hätte.

Das Fehlverhalten des diesjährigen Paris-Roubaix-Siegers blieb bisher sportjuristisch ohne Folgen, weil er außerhalb des Wettkampfes erwischt worden war ist nach dem Reglement nicht sanktionswürdig ist.

Der 28-Jährige kam bisher um eine Sperre durch den Weltverband UCI herum. Im offiziellen, neunköpfigen Tour-Aufgebot seines Sponsors Quick Step steht der Name Boonen.