Königliche Goldhochzeit

A diesem 2. Juli feiern König Albert II. und Königin Paola ihre Goldhochzeit. Vor fünfzig Jahren stellte die Heirat des Prinzen von Lüttich mit der italienischen Adligen ganz Belgien auf den Kopf. Paola Ruffo di Calabria gelang es, die Trauer um tragisch verstorbene Königin Astrid zu löschen. Das Paar bekam drei Kinder und stürzte im verflixten siebten Ehejahr in die Krise. Aber daraus ging das Königspaar gestärkt hervor. "Wir sind für einander geschaffen", so Königin Paola heute über ihre Ehe.
Albert und Paola lernten einander 1958 kennen. Der Prinz wohnte der Amtseinweihung von Papst Johannes XXIII. in Rom bei. Nach den Feierlichkeiten organisierte die belgische Botschaft einen Empfang. Auf dem begegneten sich die beiden zum ersten Mal.

Bezaubernd

1959 wurde Paola den Belgiern vorgestellt. "Der Liebreiz und die Schönheit der blonden Prinzessin aus dem Süden erobern das Herz der Belgier im Sturm", schrieben die Zeitungen.

Am 2. Juli heiratete das Paar in Brüssel und nicht in Rom. Prinz Albert hatte den Papst noch gebeten, die Heirat in Rom zu zelebrieren. Unter Druck der belgischen Regierung ging der Papst jedoch nicht auf diese Bitte ein.

Die kirchliche Trauung in der Brüsseler Kathedrale Sint-Michiel-en-Sint-Goedele begeisterte die Massen. Sie wurde ebenfalls im Fernsehen ausgestrahlt, wo die Belgier sahen, wie eine vor Rührung schluchzende Paola ihr Jawort hauchte.

Ehekrise

"Paola war noch sehr jung und sie liebte Albert sehr. Aber es fiel ihr auch schwer Italien zu verlassen", erinnerte sich ihre Jugendfreundin Elettra Marconi an die ersten Ehejahre.

Das Paar bekam rasch drei Kinder: Prinz Filip im April 1960, Prinzessin Astrid (1962) und Prinz Laurent (1963). Albert wurde zum Ehrenvorsitzenden des Verwaltungsrats des belgischen Außenhandels ernannt.

Das Prinzenpaar hielt sich oft im Ausland auf und verfremdete von seinen Kindern.

Mitte der 60er Jahre war Prinz Albert oft alleine unterwegs. Damals tauchten Gerüchte über außereheliche Beziehungen von beiden Seiten auf. Auf Schloss Belvédère wohnte man inzwischen getrennt. Von Scheidung war die Rede.

Anfang der 80er Jahre jedoch kamen sich die beiden wieder näher. Wem die Rettung der prinzlichen Ehe zu verdanken war, wurde nie ganz deutlich. Laut einer Quelle sollen sein verstorbener Bruder, König Boudewijn, und Kardinal Suenens gewesen sein. Andere Quellen schreiben die Versöhnung Tochter Astrid über die charismatische Bewegung zu.

König und Königin seit 1993

In einem Interview zu Ihrem 70. Geburtstag sagte Paola über diese schwierigen Jahre: "Wir hatten unsere Probleme. Heute sagen wir uns, dass wir füreinander geschaffen waren. Wir sind wirklich glücklich."
Nach dem plötzlichen Tod von König Boudewijn im Sommer 1993 wurden Albert und Paola das neue Königspaar. Albert erfüllte seine neue Rolle von Anfang an mit Verve. Paola musste sich erst an die offiziellen Pflichten gewöhnen.

1999 brachte ein Buch ein öffentliches Geheimnis zur Sprache: die uneheliche Tochter von König Albert aus einer Beziehung mit Baroness Sybille de Sélys-Longchamps. Sie wurde 1968 geboren und heißt Delphine Boël.
Bis heute weigert der König sich, seine Tochter zu erkennen. In seiner Weihnachtsansprache von 1999 nahm der König seine Ehe in Schutz und sagte: "Die Königin und ich haben uns der Krise erinnert, die wir durchgestanden haben, vor dreißig Jahren. Vor Kurzem wurde sie uns in Erinnerung gerufen. Wir möchten darauf nicht weiter eingehen. Sie gehört zu unserem Privatleben."

In den letzten Jahren erfahren die Belgier das Königspaar als ein aufeinander abgestimmtes Tandem, sowohl im öffentlichen wie im privaten Leben. Ihr großer Stolz sind die 12 Enkelkinder, die ihre Großeltern "Opa Tino" und "Oma Lita" nennen.