Schwere Strafe für Rauchwarenhändler

Ein Geschäftsmann, der in Brügge einen Tabakwarenladen betreibt, ist von der belgischen Justiz zu einem Bußgeld von 55.000 € verurteilt worden. Der Grund? Er schenkte Kunden Feuerzeuge oder Zigarettenblättchen beim Kauf von 12 Stangen Glimmstängel oder Rolltabak.
Das belgische Gesundheitsamt rechtfertigte die hohe Strafe für den Händler, denn dieser mache mit solchen Aktionen Werbung für Tabakwaren. Das ist in Belgien strengstens verboten.
Reklame für Tabaksprodukte und demnach auch das Verteilen von Kundengeschenken in diesem Bereich ist in Belgien seit einiger Zeit gesetzlich streng verboten.

Trotzdem bleibt das Vergeben von kleinen Geschenken an Kunden in Zigarettengeschäften eine gängige Praxis - vor allem in großen Tabaksgeschäften an der belgischen Küste und im belgischen Hinterland, wo Engländer oft für sie hier deutlich billigere Zigaretten oder andere Rauchwaren kaufen.

Die Händler haben sich darauf eingerichtet und die Kundengeschenke sind angesichts starker Konkurrenz gang und gäbe.

Ladenkette

Der jetzt verurteilte Tabakwarenhändler, der Geschäfte in Brügge und auch in den belgischen Küstenorten Oostende und Adinkerke betreibt, soll bereits im vergangenen Jahr eine Warnung von den Behörden erhalten haben.
Zuletzt besuchte ihn ein Kontrollbeamter des Bundesgesundheitsamtes in Zivil. Dieser konstatierte, dass der Händler einem Kunden zusätzlich zu dessen Kauf auch noch 10 Feuerzeuge und 5 Päckchen Zigarettenblättchen mitgab.

Nun beträgt das Mindestbußgeld für einen solchen Vorgang nach belgischen Gesetz 55.000 € Strafe. Dieser Betrag liegt so hoch, da er in erster Linie für Großhändler gedacht ist und nicht unbedingt für den kleinen Zeitungsladen an der Ecke, wo es auch Zigaretten und Tabak zu kaufen gibt.

Möglicherweise kommt es in diesem Fall zu einer Revision, denn der betroffene Geschäftsmann will das Bußgeld nicht bezahlen, denn das bedeutet für ihn den Konkurs. Der Verurteilte legte Einspruch gegen das Urteil ein.