Diskriminierende Betriebe an den Pranger

Die Arbeitgeberverbände verurteilen die neueste Initiative der sozialistischen Gewerkschaft entschieden. Die will in Zukunft die Namen der Firmen an die Öffentlichkeit bringen, die ausländische Stellenbewerber diskriminieren.
Karel Van Eetvelt (Foto), des Geschäftsführer von Unizo, dem Dachverband der mittelständischen Unternehmen in Flandern, verurteilt Diskriminierung am Arbeitsmarkt ebenfalls scharf.
„Stellenbewerber aufgrund ihrer Herkunft ablehnen, ist falsch. Dies ist nicht nur kurzsichtig, sondern auch strafbar und muss entsprechend konsequent bekämpft werden“, so Van Eetvelt. Er hält die Gewerkschaftsinitiative aber für kontraproduktiv.

„Tatsächlich ist in den mittelständischen Betrieben das Jobangebot für diese Bevölkerungsgruppe größer als die Zahl der Stellenbewerber“, stellt der Unizo-Chef fest. Außerdem sei nicht nur bei den Betrieben, sondern auch bei den Kunden, den Arbeitnehmern und den Behörden ein Umdenken notwendig, was den Umgang mit ausländischen Mitarbeitern betreffe.

Beweise sammeln

Die sozialistische Gewerkschaft kündigte an, sie werde in Zukunft selbst Beweise dafür sammeln, dass Unternehmen ausländische Bewerber bei Einstellungsgesprächen systematisch diskriminieren. Die Namen dieser Firmen sollen veröffentlicht werden.

Begründet wird dieser Schritt mit dem Scheitern der Justiz, die es nicht schaffe das gesetzliche Diskriminierungsverbot auch tatsächlich durchzusetzen.

„Wir hören viele Klagen. Solange ausländische Bewerber ihren Namen nicht nennen, werden sie zu einem Gespräch eingeladen. Sobald die Unternehmen aber begreifen, dass es sich um ausländische Mitbürger handelt, werden die mit den unwahrscheinlichsten Begründungen als Kandidaten abgelehnt“, so Gewerkschaftler Van Lancker. Das müsse sich ändern, und deshalb werde jetzt mit harten Bandagen gekämpft.