Flanderns Exportzahlen steigen langsamer

Der Export in der Wallonie verzeichnete 2008 einen doppelt so hohen Anstieg, wie im gleichen Zeitraum in Flandern. Flanderns Ausfuhr leitet in den Bereichen Diamanten und Automobile sehr stark unter der Wirtschafts- und Finanzkrise. Beide Bereiche sind für die Region wichtige Säulen im Export.
In Wallonien wuchs die Ausfuhr im vergangenen Jahr um 10,7 % auf ein Gesamtvolumen von knapp über 45 Milliarden €, wie Zahlen des belgischen Instituts für Nationale Berechnungen (INR-ICN) belegen.
In Flandern stiegen die Exportzahlen „nur“ um 5,5 % auf ein Volumen von 200,9 Milliarden €. Flandern ist wesentlich abhängiger von der Ausfuhr von hier bearbeiteten Diamanten und hier montierten Autos, als Wallonien.

Antwerpen ist das weltweit wichtigste Diamantenzentrum und die Montagestraßen von Ford in Genk, Volvo in Gent und Opel in Antwerpen liegen in Flandern.

Ein weiterer Problempunkt ist der zusammengebrochene Markt für Zink. Die flämische Zinkproduktion brach im vergangenen Jahr um 67 % ein, worunter das Börsennotierte Unternahmen Nyrstar enorm litt.

Wallonien profitierte hingegen von der wieder angestiegenen Transitdurchfuhr von mineralen Brennstoffen durch die hier liegenden Pipelines.

2009 wird ein schlechtes Jahr nicht nur für Flandern

Auch dieses Jahr kündigt sich wirtschaftlich gesehen für den Export aus Flandern als problematisch an. Im ersten Quartal 2009 sanken die Ausfuhrzahlen für Autos, Diamanten und Zink weiter. Flandern richtet sein Augenmerk in Sachen Export stärker denn je in Richtung Deutschland und Niederlande.

Wallonien, wo man traditionell eher auf den französischen Markt ausgerichtet ist, könnte dieses Jahr wieder ins Hintertreffen geraten, den die Wirtschaftsprobleme im westlichen Nachbarland sind deutlich größer, als bei den nord-östlichen Nachbarn Belgiens. Zudem ist die Wallonie stark auf Stahl ausgerichtet und gerade hier mussten in den letzten Monaten schwere Rückschläge weggesteckt werden.