Bürgermeistern werden manchmal bedroht

Zwei von drei Bürgermeistern im belgischen Bundesland Flandern erhalten ab und zu Drohungen von Seiten verärgerter Bürger. Von anonymen Morddrohungen bis zu körperlicher Gewalt reicht die Palette.
Rund die Hälfte der flämischen Bürgerväter nahm an der Umfrage von „De Zondag“, einer regionalen Sonntagszeitung teil und reagierte auf den Fragenkatalog.
Vor kurzem musste Daniël Termont, Bürgermeister von Gent, einige Faustschläge ins Gesicht einstecken. Ein unzufriedener Bürger hatte ihn angegriffen. Dieser Vorfall brachte die Redaktion von „De Zondag“ dazu, einmal nachzufragen, ob auch andere Stadtväter schon mal Probleme mit aufgebrachten Bürgern hatten.

An einer Umfrage an alle flämischen Bürgermeister nahm rund die Hälfte der Angesprochenen teil und siehe da: Bürgermeister sein ist nicht immer leicht. Mehrere Bürgermeister erhielten zum Beispiel Briefe mit einer Kugel als Inhalt.

Der Bürgermeister von Temse in der Provinz Antwerpen bekam zu hören, das ihm jemand mit einem Messer zu Leibe rücken wolle. In der Tat: Bei einem Stadtfest nahm die örtliche Polizei eine Person in der Nähe des Bürgermeisters fest, die ein Messer bei sich trug.

Kopfstoß, gebrochene Rippen, beschädigtes Eigentum

Bürgermeister Dirk De Vis aus Ham (Provinz Limburg) erhielt einen Kopfstoß von einem behelmten Motorradfahrer und sein Altskollege Dirk Claes aus Rotselaer (Provinz Flämisch-Brabant) wurde in einem Zeitungsladen von einem Bürger angegriffen und verprügelt. Dabei brachen gleich mehrere Rippen.
Auf die Frage, ob die Bürgermeister auch zu Hause und im Privatleben mit solchen Problemen konfrontiert wurden, antwortete einer von dreien ebenfalls positiv.

So fand Willy Kuijpers, Bürgermeister von Herent bei Löwen, eine Handgranate in seiner Post und gleich mehrere andere Kollegen berichteten von Erbrochenem vor der Haustüre oder im Briefkasten.

Jeder dritte flämische Bürgermeister musste auch schon Beschädigungen an Haus, Garten oder sogar am eigenen Auto feststellen. Der Grund für viele solcher Aggressionen liegt oft bei angelehnten Bauanträgen oder ähnlichen amtlichen Vorkommnissen.

Patrick Moenaert, dem Bürgermeister von Brügge, wurde Ungemach anlässlich der Hochzeit seiner Tochter angedroht und gewalttätige Naturschützer kletterten auf das Dach seines Hauses und bedrohten eine andere Tochter als Protest gegen das Abholzen eines Wäldchens, das zum Gewerbegebiet werden sollte.