„Piraten schossen aus Langeweile um sich“

Die zwei belgischen Besatzungsmitglieder und der niederländische Kapitän des im April entführten belgischen Baggerschiffs Pompei sind am Vormittag am Brüsseler Flughafen Zaventem eingetroffen.
Sie waren am 18. April vor den Seychellen von somalischen Piraten als Geisel genommen und mit ihrem Frachter gekidnappt worden. Erst nach Zahlung eines Lösegeldes waren sie freigelassen worden.
Bei ihrer Ankunft in Brüssel erklärten sie, es gehe ihnen verhältnismäßig gut. Physisch seien sie und ihre Besatzungskollegen nicht misshandelt worden, mental hingegen habe man Druck auf sie ausgeübt.

Die Kidnapper hätten sie eingeschüchtert und ihnen mit dem Tode gedroht. Das Schlimmste jedoch sei die Unsicherheit darüber gewesen, was mit ihnen passieren würde, erklärte einer der belgischen Offiziere.

Einer der belgischen Besatzungsmitglieder erklärte, anfangs hätten die Piraten geschossen: „Ich weiß nicht was sie vorhatten, aber als sie in die vorderste Steuerkonsole kamen, haben sie geschossen, wahrscheinlich aus Nervosität“, sagte erster Offizier Jan Verplancke.

An Bord hätten sich ein knappes Dutzend Piraten befunden. Die waren nicht nur nervös, wenn sie Drogen genommen hatten und sie stritten sich auch regelmäßig. Manchmal schossen sie aus lauter Langeweile einfach in die Luft.

Die Piraten hatten das Schiff vor einer Woche freigegeben. Am 30. Juni war die Pompei nach Salalah in Oman losgefahren und dies mit dem Begleitschutz einer griechischen Fregatte. Dort war es am Samstag eingetroffen und die Besatzung durfte erst nach ausführlichen Vernehmungen am Montag heim fliegen. Sie wird auf der Pompei durch eine andere Besatzung ersetzt.