Wieder PS-Promi unter Beschuss

Die Justiz von Charleroi hat Anklage gegen die Vorsitzende der Verwaltungsräte des Flughafens von Charleroi, der Beglsichen Bahn und der Nationallotterie erhoben. Edmée De Groeve wird des Betrugs und der Veruntreuung beschuldigt. Am Freitag trat sie von ihren Ämtern zurück.
Edmée de Groeve war bis Freitag Verwaltungsratsvorsitzende des Flughafens Brussels South Charleroi (BSCA), der belgischen Eisenbahngesellschaft NMBS/SNCB und der Nationallotterie.
Seit Donnerstag steht sie unter Anklage und am gleichen Tag wurde sie mehrere Stunden lang verhört. In Untersuchungshaft wurde sie bisher jedoch nicht genommen.

De Groeve, eine enge Vertraute des Vorsitzenden der frankophonen Sozialisten PS, Elio Di Rupo, soll persönliche Ausgaben mit der Kreditkarte des Flughafens von Charleroi bezahlt haben und die selben Kosten bei der Bahn auch noch ein zweites Mal in Rechnung gestellt haben.

Die Beschuldigte gab zunächst lediglich an, dass diese Ausgaben zur Werbung für den Flughafen gedacht waren. Sie wies alle Vorwürfe zurück. Am Freitagvormittag wurde bekannt, dass Edmée De Groeve von ihren Ämtern zurücktritt. Dazu war sie schon am Vortag von ihrer Partei aufgefordert worden.

Haussuchungen

Inzwischen hat die belgische Bundespolizei mehrere Haussuchungen in diesem Fall vorgenommen. Unter anderem wurde der Hauptsitz der Eisenbahngesellschaft NMBS/SNCB in Brüssel durchsicht. Die Bahn wartet die Ergebnisse der Ermittlungen der Polizei ab, um notfalls selber eine Prozedur in die Wege zu leiten.

Am Donnerstagabend kam der Verwaltungsrat des Flughafens von Charleroi einig zu einer Dringlichkeitssitzung zusammen. Der Flughafen hat inzwischen ein Führungsproblem. Erst vor wenigen Wochen war Generaldirektor Marcel Buelens entlassen worden. Edmée De Groeve hatte seinen Posten kommissarisch übernommen.

Inzwischen leitete die sozialistische PS in Wallonien ein Verfahren ein, mit dem De Groeve aus der Partei ausgeschlossen werden soll.