"Keine Entlassungen ohne Sozialplan!"

Die drei großen nationalen belgischen Gewerkschaften fordern einstimmig einen umfassenden Sozialplan im Zuge der geplanten Entlassungen am europäischen Hauptquartier von DHL-Express in Diegem bei Brüssel.
Die Arbeitnehmervertreter organisierten am Dienstag vor dem DHL-Hauptgebäude in Diegem eine Pressekonferenz unter Anwesenheit von Vertretern des europäischen Gewerkschaftsverbandes ETF, um ihren Forderungen Nachdruck zu verleihen.
Im Juni kündigte der Paketdienst DHL eine Umstrukturierung innerhalb ihrer verschiedenen Niederlassungen in Belgien an, auch für das Hauptquartier der Gruppe in Diegem bei Brüssel. Zuerst hieß es, das diesen Plänen bis zu 400 Mitarbeiter zum Opfer fallen würden, doch später korrigierte das Tochterunternehmen der Deutschen Post diese Zahl nach unten auf 125 Entlassungen.

DHL-Express will eine Art Sozialplan durch individuelle Verhandlungen mit den zu entlassenden Arbeitnehmern in die Wege leiten, doch die Gewerkschaften vermuten dahinter einen juristischen Trick. Ein Sprecher der Gewerkschaften sagte, dass bei DHL in Diegem viele ausländische Kollegen tätig seien, die sich mit der belgischen Gesetzgebung kaum auskennen würden. Auf relevante Fragen gebe die DHL-Direktion keine Antworten.

Einstweilige Verfügung

Die Gewerkschaften wollen einen Sozialplan für die Entlassungen juristisch durchbringen und leiteten eine einstweilige Verfügung ein. Hier soll am Donnerstag ein Urteil fallen. Bis Mitte August soll DHL einen umfassenden Sozialplan vorlegen, so die Gewerkschaften. Zudem soll der Paketdienst offenlegen, wo und wie viel Geld eingespart werden muss.