Häfen: Unterschiedliche Umschlagszahlen

In Zeebrügge hält der Containerumschlag trotz der Weltwirtschaftskrise zumindest kurzfristig Stand. In Antwerpen hingegen müssen empfindlich sinkende Umschlagszahlen konstatiert werden.
Im Antwerpener Hafen ist der Umschlag von Waren und Gütern im Allgemeinen im ersten Halbjahr 2009 um 19,9 % gesunken. Alle Bereiche, mit Ausnahme der flüssigen Massengüter (Erdöl, Treibstoffe…), sind davon betroffen.
Der Containerverkehr ging in den ersten sechs Monaten des laufenden Jahres um 17,7 % zurück. Nur die Reederei MSC kommt eher ungeschoren davon. Antwerpen verlor sieben Containerverbindungen nach Fernost und am neuen Deurganckdock halbierten sich die Umschlagszahlen.

Beim normalen Güterumschlag wird die Krise durch die hohe Arbeitslosigkeit bei den Dockarbeitern sichtbar. Die Zahl der Aktivitäten für die Docker sank auf Quartalsbasis von 450.000 Handlungen auf nur noch 360.000 Handlungen im zweiten Quartal.

Zeebrügge hält vorläufig stand

Trotz der weltweiten Krise auch im Transportwesen und in der Seefahrt hält der Containerumschlag in Zeebrügge stand. Zwar sanken die allgemeinen Güterumschlagszahlen auch hier ( -15 %), doch im Containerbereich konnten 4 % Anstieg verzeichnet werden.
Allerdings sind diese Zahlen mit Vorsicht zu genießen, wie ein Hafensprecher angab. Auf der einen Seite seien bestimmte Produktionsprozesse wieder angelaufen, zum Beispiel im Bereich Stahl und zum anderen laufen derzeit Schiffe aus Asien ein, deren Ladung aus Artikeln für das kommende Weihnachtsgeschäft besteht.

Doch, so der Hafensprecher weiter, sei dieser spezifische Ladungsverkehr nur auf wenige Wochen beschränkt. Positiv für Zeebrügge ist allerdings die Zunahme von Transporten flüssiger Massengüter, vor allem LPG. Dazu ist zu sagen, dass Zeebrügge ein wichtiges internationales Umschlags- und Lagerungszentrum für Erdgas ist. Die Verschiffung von Autos ging in Zeebrügge aber um fast die Hälfte gegenüber 2008 zurück.