"Überproduktion senkt die Preise"

Oft werden Lastwagen voller Gemüse nach Versteigerungen der Vernichtung. Zugeführt. Flanderns Gemüsebauern produzieren zuviel, was diesen Überschuss und sinkende Preise mit sich bringt.
Zum Glück wird nicht alles davon auch wirklich vernichtet, doch Geld bringen andere Lösungen nicht ein, wie Filip Fontaine von der Brava-Versteigerung in Asse in Flämisch-Brabant erklärt:

„Überschüsse gehen in erster Instanz über die Lebensmittelbanken zu Bedürftigen in ganz Belgien. Die Hilfsorganisationen können mitnehmen was sie wollen und der Rest wird zu Düngemittel verarbeitet.“
Für die Züchter und Landwirte ist dies eine Katastrophe, denn sie verlieren Einkommen. Nicht nur, dass vernichtete oder verschenkte Erzeugnisse nichts einbringen, für die verkauften Produkte bekommen sie nur wenig Geld.

„Es ist sehr traurig zu wissen, das Kollegen morgens auf den Versteigerungen und auf kleineren Märkten auf ihrem Gemüse sitzen bleiben. Das diese Überproduktion auch die Preise für alle nach unten drückt, macht die Sache noch schlimmer“, sagt einer der betroffenen Landwirte.

Ein strukturelles Überangebot liegt vor allem bei Salat, Tomaten, Paprika, Chicorée und bei Gurken vor. Chicorée ist derzeit am stärksten davon betroffen.Die Bauern hoffen auf eine Lösung ihrer Probleme, denn produzieren um des Produzierens Willen bringt ihnen nichts ein, ganz im Gegenteil.

Absatzmärkte brechen weg

Die Überproduktion von Gemüse ist eine Folge von heute sehr ertragsreichen Agrartechniken. Doch auch der sinkenden Export bringt Probleme mit sich. Die Ausfuhr geht merklich zurück.

Russland und Großbritannien waren große Absatzmärkte für belgische Gemüseerzeugnisse, doch als Folge der Abwertungen des russischen Rubel und des britischen Pfund können die Qualitätsprodukte der belgischen Landwirte dort kaum noch abgesetzt werden.